Dongnae in Busan

Mai 12, 2008 by surin2sayan

Dognae war einst das wichtigste Zentrum im Bereich Busans, eine Stadt für sich. Jetzt ist sie völlig mit anderen Stadtteilen verwachsen. Ein Blick von oben auf ein Gräberfeld der Gayazeit. Unten im Tal war früher die Grenze.
Kaya Gräber, Dongnae, Korea
In einem Museum, das die Geschichte der Ummauerung Dognaes zeigt, steht ein großes Modell:
Dongnae
Steinmetze bei der Arbeit in früheren Jahrhunderten.
Dognae Festung IV
Zwei Tore wurden bis jetzt wieder aufgebaut, nachdem die Anlagen zerstört oder verfallen waren:
Dongnae Festung
Und hier das kleinere:
Dognae Festung III
Altes und neues Mauerwerk:
Dongnae Festung II
Einige Gräber auf diesem Gelände sind für Besucher zugänglich. Hier die Beigaben, zum Beispiel über 1000 Jahre alte Keramik.
Dongnae V

Sonntag

Mai 11, 2008 by surin2sayan

Wir waren in Dongnae, Busan. Fotos folgen noch. Am Abend war immer noch aussergewöhnlich klare Luft. Surin hat einen Papierdrachen steigen lassen:
Drachen

Kleines Scherbenrätsel gelöst

Mai 9, 2008 by surin2sayan

Die Archäologen haben den chinesischen Schriftzug entziffert, der auf der neulich gefundenen Scherbe in Fragmenten vorhanden ist. Das Wort “Gimhae” gehört dazu, was für ein Zufall:
Archäologie im Markt 9.05.
Das ist der Fund:
Chinesisch
Hier eine Szene von heute. Die Archäologen arbeiten, daneben ist ein Imbiss für Schweinshaxen. Die Inhaberin liegt auf einer Bank und lacht über eine koreanische TV-Show: Excavation in Gimhae

Schulalltag

Mai 9, 2008 by surin2sayan

Der Direktor meiner Oberschule greift durch. Als ich morgens vor dem Unterricht in das Gebäude will, stehen bereits mehrere Schülerinnen aufgereiht. Nach 30 Minuten und einigen Belehrungen dürfen sie gehen. Was vorgefallen war, ist unklar. Aber in letzter Zeit, der Direktor macht regelmäßig Kontrollgänge, werden besonders die Schüler bestraft, die nach der Pausenklingel nicht im Klassenzimmer sind. Den Amerikanern wurde gesagt, für die Zuspätgekommenen werde die Tür verschlossen. Sie sollen nicht mehr an der Stunde teilnehmen. Klingt hart, aber offensichtlich legen es nicht wenige Schüler darauf an.
Ein anderes Thema ist draußen essen während der Mittagspause. Ob das nun erlaubt oder untersagt ist, konnte bisher keiner so genau sagen. Im Foto wird klar, warum. Es geht nicht um belegte Brote, sondern um das komplette Set:
Schulessen
Seit über einem Jahr wünschen sich die Englischlehrer neugestrichene Räume. Nach einer Inspektion wurde der Wunsch aufgegriffen und gleich eine Kampagne gegen Verwahrlosung der Schule gestartet. Hier eine Fotodokumentation auf dem Schulhof:
Müll
15 Minuten vor meiner ersten Stunde am Donnerstag kommen drei Studenten in das Lehrerzimmer. Sie sind Referendare, angehende Deutschlehrer. Sie möchten meinen Unterricht beobachten. (Das erwähne ich am Rande, ein Hinweis, wie spontan zum Teil gehandelt wird, Vorankündigung ist oft Nebensache).
Nachmittags komme ich auf dem Weg zum Abendkurs an der chinesischen Schule (mit Taiwan-Flagge) vorbei. Manchmal kann man eine Sportstunde beobachten oder Übungen, die die Koreaner nicht kennen:
Chinesische Schule

Und ein Lesetipp. Gitte in Seoul hat über das Schlafen in der Uni geschrieben, vieles trifft auch auf die Schule zu: Zwangsschlafverordnung und Rethorikkurse für alle!

Stadtkerngrabung Gimhae

Mai 7, 2008 by surin2sayan

Nach kurzer Unterbrechung gehen die archäologischen Untersuchungen entlang einer Leitung weiter. Das Grundwasser steht ziemlich hoch, vielleicht gibt es deswegen auch Holzfunde. An dieser Stelle tauchte heute eine Scherbe aus der Chosun-Periode auf:
Leitung
Deutlich mit chinesischen Schriftzeichen versehen:
Chinesisch
Einigermaßen gut zu erkennen sind die einzelnen Kulturschichten, von den Steinfundamenten bis zur Asphaltdecke:
Stratigrafie

Frühlingsgrün

Mai 5, 2008 by surin2sayan

Bevor das junge Grün verschwunden ist und der Sommer beginnt, halte ich ein paar Eindrücke der Vegetation hinter unserem Viertel am Fuß des Bergrückens fest. In einem kleinen Bachlauf, gestern hat es kräftig geregnet:
Grün V
Bereits jetzt sind die Walderdbeeren reif:
Grün IV
Auf den Flächen des Waldbrands vor Jahren haben sich Laubhölzer breit gemacht. Aber noch wachsen sie buschartig oder als Sträucher:
Grün III
Frei Flächen werden von Eichen oder Klee besiedelt:
Grün II
Auch Schachtelhalm kommt häufig vor, hier umringt er eine Blütenpflanze:
Grün

Wochen-Rückblick

Mai 2, 2008 by surin2sayan

Dienstag habe ich die Deutscharbeiten meiner Schüler an der Fremdsprachenoberschule in Busan bewertet. Eigentlich sollte keine schriftliche Prüfung stattfinden. Dann hieß es doch. Ich habe die Fragen selbst vorbereiten müssen. Egal, die etwa 60 Schüler liegen im Schnitt bei etwas über 70 Punkten von maximal 100 erreichbaren. Damit bin ich unter dem Schnitt , den die Englischlehrer haben sollen. Die Klassen sollen dort auf mindestens 80 Punkte kommen. Vorgaben. Das war ein Hinweis,den ich nebenbei erfahren habe. Eines steht fest. Die Philosophie der Schule ist nicht dieselbe, die viele meiner alten Pädagogen am Gymnasium vertreten haben: “Hier wird gesiebt”.
Die Situation ist so, dass die Schüler einem Lern-Marathon in den höheren Klassen unterliegen, aber trotzdem irgendwie durchkommen. Dreht es sich wirklich nur um die Höchstpunktzahlen, um die besten Unis im Lande zu erreichen? Einiges ist mir noch nicht ganz klar. Zum Beispiel sind die Unterschiede in einer Klasse größer als ich erwartet habe. Manche lernen gerne, andere entziehen sich dem Unterricht bei der nächst besten Gelegenheit. Ich erinnere nur an die Regeln der Amerikaner und Kanadier an der Schule: Kein MP3Player!

Der Frühling schreitet voran. Obwohl tagsüber sommerliche Temperaturen herrschen, haben viele Pflanzen noch Aufholbedarf. Hier ein Gras an einem Bach, das noch nicht die volle Höhe erreicht hat. Die winterlichen Halme überragen noch die jungen Triebe.
Junges Gras
Ende März sah die gleiche Stelle noch so aus:
Frühlingsregen III
Und eine kleine Entdeckung in einem chinesischen Laden. Es gibt Bier aus China, “Harbin Beer”, für den koreanischen Markt. Die Etiketten sehen überraschend modern aus. In Deutschland ist nur das Tsingdao-Bier beim Chinesen bekannt.
Harbin Beer
Und wir hatten Besuch aus Deutschland, nicht aus Osnabrück, aber aus Belm. Alte Karmann-Verbindungen. Als wir uns in Busan gestern getroffen haben, fühlte es sich nicht so an, als ob ein Jahr vergangen wäre.

Suchbild für Osnabrücker

April 30, 2008 by surin2sayan

Ok., die Welt ist klein. Andreas Niemuth hat ein Foto geschickt, das eine der aktuellen Grabungsflächen in Osnabrück zeigt.
Herrenteich II Osnabrück
Mit dem Abriss geht vor allem Nachkriegsgeschichte zu Ende, aber unter der Oberfläche finden sich noch Reste aus vergangenen Jahrhunderten bis ins Mittelalter.

Deutsches Dorf Teil II

April 30, 2008 by surin2sayan

Das Gras. Wir haben es hier schon behandelt. Es wächst anders in Korea. Ziemlich zurückhaltend. Im Winter lange braun, im Sommer schafft es nicht die Dichte mitteleuropäischer Gräser. Auch wenn es regnet, mengenmäßig sogar mehr.
Ein Grund für die Unterschiede könnten die verschiedenen Florengeschichten sein, in der Ausbreitung durch die kulturellen Eingriffe des Menschen beeinflusst.
Nun, wer im deutschen Dorf einen Rasen hat, kann nicht auf das koreanische Gras rechnen. Herbstliches Gras im Frühjahr? Was tun? Eine deutsche zentrale Beratungsstelle für das Themenfeld anrufen, fragen welches Gras an der Küste dem höheren Salzgehalt standhält. Der Ratschlag: Nimm die Deichgrasmischung! Und tatsächlich, in Korea geht die Rechnung auf. Die deutsche Grasmischung setzt früher Grün an und ist trittbeständig. An der Nordsee weiden ja Schafe drauf. Im April ist der Vorsprung im Vergleich zum koreanischen Gras nicht mehr einholbar. Hier das Photo, die Lücken entstanden durch einen Regenschauer, der den Samen wegspülte.
Deutsches Dorf V
So ist das. Lothar ich weiß, die Florenverfälschung.
In der Architektur kann es zu hybriden Formen führen. Siehe Dach und Grundriss. Dieses Haus war schon Kulisse für ein TV-Drama (Soap).

Und das Baumaterial:

Das deutsche Dorf auf Namhae

April 27, 2008 by surin2sayan

Wer die Begriffe Korea und deutsches Dorf googelt, findet Namhae. Eine Insel vor der Südküste. Und tatsächlich, eine handvoll Deutsche hat sich dort ein Haus gebaut oder bauen lassen.
Für Medien ein gefundenes Fressen. Die Ironie überlasse ich ihnen: Weltspiegel, DIE ZEIT und anderen. Sayan hat sich heute gefreut, dass wir dorthin gefahren sind. Auch wir haben in Osnabrück die letzten Jahre in einem weißen Haus mit rotem Dach gewohnt. Und das ist ein Markenzeichen des deutschen “Dorfes”.
Deutsches Dorf
Am Sonntag machen auch andere koreanische Familien einen Ausflug in die exotische Siedlung. Die Gärten bieten eine hervorragende Kulisse für Photos:
Deutsches Dorf III
Der Jägerzaun ist allgemein unbekannt in Korea:
Deutsches Dorf auf Namhae
Manches Baumaterial stammt aus Deutschland oder auch diese Details:
Deutsches Dorf VIII
Aber wichtiger ist bewährte Handwerkskunst. Ein gelernter Metzger beliefert die deutsche Diaspora in Südkorea, mitunter benutzt er diesen 100 Jahre alten Fleischwolf (oder Apparat zur Wurstherstellung):
Deutsches Dorf VI
Nicht einfach, das Fleisch ist anders, die Zutaten werden importiert. Bei einigen Dingen muss Neues erfunden werden.
Das Ergebnis wird im weiten Umkreis geliefert:
Deutsches Dorf IX