Archive for März 2008

Komdo – Die Anfänger

März 31, 2008

Auf Wunsch der Kinder – vielleicht wegen der vielen historischen Dramen, die sie gesehen haben – betreiben sie jetzt Komdo. Eine koreanische Schwertkampf-Variante. Das Training hat mir ganz gut gefallen. Nicht nur Völkerball wird beim Aufwärmen gespielt, wie oft bei anderen Kampfsport-Angeboten in Gimhae, sondern es werden auch turnerische Varianten angewendet. Zum Beispiel der Einsatz eines Minitrampolins, von dem die Kinder auch Flugrollen machen, inklusive Aufkommen ohne Handunterstützung. Fallübungen gehören auch zum Aufwärmen. Oder sie überspringen einen Partner. Im Foto nimmt gerade Surin ein Hindernis, das Übungsschwert des Trainers. Er sorgt dafür, dass die Gruppe nicht zu groß wird, somit bleibt noch etwas Bewegungsfreiheit in der engen Halle. Dreimal Training pro Woche haben wir erstmal festgelegt. Am Ende werden sie immer mit einem Privatbus nach Hause gebracht, ein gängiger Service der Sportclubs.
Komdo
Und Sayan
Komdo Sayan

Parlamentswahlen – Die Kampagne

März 31, 2008

Parlamentswahlen
Der Präsident regiert das Land, aber auch das Parlament spielt eine Rolle. Die Wahlen stehen jetzt bevor. Der Stil der Wahlwerbung ist der gleiche wie vor einigen Monaten. In Changwon redete ein ehemaliger Präsidentschaftsbewerber an einer verkehrsreichen Kreuzung. Die Zuhörer diagonal gegenüber.
Parlamentswahlen IV
Und an den Seiten die Wahlkampfhelfer in orangener Uniform:
Parlamentswahlen III
Die Konkurrenz ist nicht weit entfernt, eine andere Partei mit Anhängern. Einem Autofahrer wurde die Behinderung des Verkehrs zu bunt und setzte zur Dauerhupe an. Wahrscheinlich kein Freund der Orangenen:
Parlamentswahlen II
Der neue Präsident hat bereits für einen Schwenk in einigen Politikbereichen gesorgt. Vielleicht im Moment die gravierendste Wende ist die bewusste Verhärtung im Nord-Süd-Verhältnis. Die ehemalige „Sonnenschein“-Politik des Südens gegenüber Nordkorea wird wohl nicht mehr weiter betrieben.

Türkisch-Koreanische Freundschaft

März 29, 2008

Es gibt sie, nicht nur seit der Fußballweltmeisterschaft 2002, wo Korea und die Türkei um Platz 3 spielten in der Endrunde. Türkischer Bauchtanz ist ziemlich beliebt zur Zeit, die Bildungsstätte am Rande der Ernst-Weber-Straße in Osnabrück ist da keine Ausnahme ;-). Heute Nachmittag in Changwon:

Türkisch Koreanisch II
Was es mit den Figuren unten im Bild auf sich hat, dazu später noch mehr.
Bei dieser Variante bin ich mir über den türkischen Anteil nicht mehr sicher, ich meine die Schwerter auf dem Kopf:
Türkisch Koreanisch

Update: Die Pokale unten im Bild waren für diese Männer bei einem Wettkampf vor einem Einkaufszentrum in Changwon.
Changwon Bodybuilding competition II

Die (anderen) Englischlehrer

März 28, 2008

Unter den Nichtkoreanern gibt es eine besondere Berufsgruppe: Die ausländischen Englischlehrer. Ein Treffen vor zwei Wochen habe ich bereits beschrieben. Meine Kollegen im Büro der Highschool in Busan gehören auch dazu. Sie stammen aus Kanada und den USA. Ein sehr gewissenhafter Lehrer (keine Ironie) winkt hier in die Kamera:
Englischlehrer

Drei andere Lehrer haben jetzt ein Video produziert, das zur Zeit als inoffizielle Hymne dieser Berufsgruppe in Korea gehandelt wird. Laut Selbstdarstellung haben sie das auch schon live in einem „English Village“ aufgeführt. Hier die Hip-Hopper, sie tragen übrigens keine Baseballkappen sondern den Sonnenschutz, den Frauen über 25 benutzen, den „Ajumma – Visor“:

Bei MySpace findet sich die Webseite der drei: EV bOyZ, und der Text.

Elternnachmittag

März 28, 2008

Alle Eltern der Grundschule waren heute zu einer Versammlung und anschließendem Treffen in der Klasse ihrer Kinder eingeladen. Surin hat uns bei der Gelegenheit ihr neues Schulleben gezeigt und die ersten Ergebnisse beim Malen und Basteln. Die nächsten Wochen findet noch kein systematisches Lernen statt, das gilt für alle Schulanfänger:
Bilder
Und hier ihr erstes Werk:
Bilder II
Unzählige Bäume tragen jetzt Blüten, auch auf dem Schulhof:
Schule im Frühling

Die Häuser Teil 10

März 26, 2008

Abriss II
Logische Konsequenz, wenn Immobilienpreise steigen. Hier zu sehen in Dongnae. Die niedrigen Häuser haben keinen Wert mehr. Zum einen ist das rote Einzelhaus bereits Billigbetonbau um die 20 bis 25 Jahre alt. Wenn ich solche Viertel fotografiere, wundern sich die Jüngeren, ob ich diese Häuser möge. Ich verstehe, hier gibt es nichts zu sanieren. Die ersten Käufer der nachfolgenden Apartmenthochhäuser sind oft nicht die ersten Bewohner. In Anzeigen wird häufig damit geworben, dass sich die Neubauten in einer lukrativen Lage befinden. Das Wohnen ist erstmal zweitrangig. Wichtig ist, dass sich die Ausstattung auf dem neuesten Stand befindet. Wahrscheinlich werden sich die Ansprüche an das Äußerliche der Architektur erst dann grundlegend ändern, wenn die Spekulation mit Wohnungen aufhört. Die ehemaligen Grundstücksbesitzer des alten Viertels werden auch ihren Teil bekommen haben.
Abriss
Die Attraktivität des Standorts ist durch diesen Fluss gegeben, dessen Ufer neu gestaltet werden. Dazu gehören Wasserbecken zum Schwimmen, Fitnessanlagen, Grünflächen. Zur Zeit der niedrigen Häuser war dieser Abschnitt eher vernachlässigt, als Erholungsraum kaum denkbar:
Weg zur Schule

Schulsport

März 22, 2008

Steht der deutsche Schulsport bereits unter Kritik, so sieht die Situation in Korea nicht besser aus. Es gibt ihn. Aber dass Grundschüler schon ein Heft bekommen, in dem alle möglichen Varianten vom Seilspringen aufgeführt werden, scheint im ersten Moment ganz vorbildlich. Nur die Gewichtung gefällt mir nicht. Warum gibt es so etwas nicht über andere Bewegungsarten. Seilspringen ist nur bedingt dynamisch, keine echte Vorwärtsbewegung, kein Rotieren. Man kann es anspruchsvoll anwenden, das ja. Aber Bewegungsfähigkeiten werden meiner Meinung damit kaum gelernt. Soweit ich Schulsport von außen beobachten kann, wird viel Zeit mit Organisieren verbracht, Erklären, Anstehen. Selbst beim Basketball:
Basketball
Oder an der Grundschule, wo einer der Höhepunkte das Radschlagen auf den Außenanlagen ist, allerdings können das im Foto auch Fünftklässler sein. Sayan hat im Monat etwa 10 Sportstunden laut Lehrplan:
Schulsport
Viele Kinder, besonders Jungs profitieren körperlich von ihrem zusätzlichen Training in Tae-Kwon-Do oder Ballspielen neben der Schule. Auch in Deutschland sind wir weit vom Optimum entfernt. Ich wünschte für beide Seiten, dass so ein Sporterlebnis zum Alltag gehörte: Eine Aufnahme von einem Übungsleiterlehrgang in der Sportschule Lastrup, Niedersachsen. Hier bei einer Übung für die Schule, in der während einer Stunde, Angst vor Höhe und Fallen verringert werden sollen.

Ruderalpflanzen im Frühling – Der Blick nach unten

März 21, 2008

Wer in Mittel-Nord- oder Westeuropa lebt, kennt den dichten Gräserbewuchs fast über das ganze Jahr. Allerdings: Auch Irland wird in den Gebirgen im Winter braun.

Im März stelle ich fest, dass lokale Gräser zur Zeit kaum mit dem Wachstumstempo von anderen Ruderalpflanzen mithalten können. Auch die Artenzahl der Gräser scheint nicht sehr groß zu sein. O.K., werfen wir heute einen Blick auf Brachflächen in der Nachbarschaft. Hier eine auch uns bekannte Pflanze:
Ruderalpflanzen II
Brachflächen in der Stadt sind gleichzeitig Anziehungspunkte für wilden Müll. Das Nährstoffangebot dürfte mehr als ausreichend sein. Zumal in der Nähe Gemüse gezogen und dementsprechend Dünger verwendet wird. Trotzdem an dieser Stelle noch kein Gras:
Ruderalpflanzen III
Oder hier ein kleines Polster, links und rechts ist noch tiefster Winter. Nur vertrocknete Halme:
Ruderalpflanzen IV
Das hier ist vor unserer Eingangstür. Klee macht sich auf Kosten der Grasbedeckung breit:
Ruderalpflanzen V
Und noch eine Blume, die es mitunter als Pflasterritzen-Bewohner schafft:
Ruderalpflanzen

Gras

März 20, 2008

Ich verstehe das Gras in Korea nicht. Seit zwei Wochen ist es nicht mehr sehr kalt und die Bodenfeuchtigkeit müsste eigentlich ausreichend sein, dass es grün wird. Aber irgendwie kommen die Gräser nicht in die Pötte. Auch im Sommer, wenn es feucht und heiß ist, schließt sich eine Rasendecke nie vollständig. Immerhin treiben jetzt allmählich die frischen Halme durch die herbstlichen Reste und werden mit dem jungen Blattgrün das Winterbraun verdrängen. Hier eine Gräserart außerhalb des Schulgeländes an einem Berghang:
Gras

Die Anderen

März 17, 2008

Blogger in Korea
Update: Das ist John aus den USA. Er ist noch nicht lange hier. Seine ersten Tage hat er im Video festgehalten. Hier der Video-Post. Auch das Treffen (siehe weiter unten) hat er beschrieben. Die zwei Geburtstage: My weekend.

Bar
Gimhae ist für viele Busaner auf dem Lande. Vielleicht haben sie recht. Seit zwei Monaten treffe ich Expats regelmäßig, meist am Wochenende, abgesehen von den Englischlehrern an der Schule. Maximal 200 leben in der Stadt, Chinesen und Vertragsarbeiter aus Südostasien nicht mitgezählt. Eine Irin und ein Nigerianer hatten vorgestern Geburtstag und dazu etwa 20 Kollegen und Freunde eingeladen. Der Auftakt fand draußen im zentralen Park in Gimhae statt. Das ist schon sehr auffällig. Normalerweise bewegt man sich mit kaum einem halben Dutzend „Ausländer“ unter den Einheimischen, wenn überhaupt. Von den meisten dieser Mini-Gesellschaft kennt man grob den Hintergrund: Was sie nach Korea gebracht hat, wo sie arbeiten. Und jeder hat eine andere Sicht über das Leben hier. Einige wollen nicht mehr lange bleiben, das Land ist dann abgehakt, andere haben hier Wurzeln geschlagen. Und man verhält sich schon anders in so einer Gruppe. Darunter eine Thailänderin, die sich gut in der Gastronomie auskennt. Sie hat durchblicken lassen, dass es nicht alle Barinhaber gerne sehen, wenn die „Ausländer“, „Waeguks“, ständig hin und herlaufen, mal an der Bar sitzen, dann wieder die Gesprächspartner wechseln und an die Tische zurückkehren. Nicht nur einmal wurde sie bei anderen Anlässen gebeten, doch dafür zu sorgen, an einem Ort sitzen zu bleiben. Das sind Unterschiede, die fallen erst ins Gewicht, wenn man als Gruppe auftritt. So schnell kann sich die Perspektive ändern.
Für die Anwohner muss es schon merkwürdig ausgesehen haben, als wir drei gegen drei auf dem Asphalt im Park Fußball gespielt haben und nicht nur einmal sich ein Spieler lang hin gelegt hat. Vor allem, wenn ein fast 2m großer und athletischer Spieler aus Afrika, bzw. aus Seoul, dabei ist. Kinder sind von Neugierde getrieben ganz nah herangekommen und haben mit ihren Handykameras versucht, ihn im Foto festzuhalten. Abgesehen davon, dieser Englischlehrer hier aus Cleveland in den USA ist ein hervorrangender Dribbler und allein schon deshalb sehenswert:
Park
Für die Irin war es die erste richtige Geburtstagsfeier. Mit 26. Bisher sind alle Versuche in Irland gescheitert. Erst haben die Eltern sowas nicht bei vielen Geschwistern veranstaltet, dann scheiterten der 18. und 20. Geburtstag an äußeren Umständen, kurzfristig.
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