Archive for the ‘City walls in Korea – Koreanische Stadtmauern’ Category

Vier Stunden Seoul – Teil 1

April 12, 2015

Wegen einer Lehrerkonferenz musste ich am Donnerstag nach Seoul. Vier Stunden am Nachmittag, um sich im Zentrum etwas umzusehen. Besonders die Jeong-dong Gegend innerhalb der Stadtmauer, also westliches Zentrum. Ein Viertel mit Gebäuden um 1900. Vom Bahnhof erreicht man zuerst das Stadttor Sungnyemun, das in den letzten Jahren nach einem Brandanschlag restauriert wurde, dabei hat man die Seitenmauern wieder hinzugefügt.
Sungnyemun Seoul
Alte und neue Steine:
Sungnyemun Seoul
Der Tordurchgang:
Sungnyemun Seoul
Die Freundseite ist wie ein Wall gestaltet:
Sungnyemun Seoul
Seitenansicht:
Sungnyemun Seoul

Festung Gyeongsang Jwasuyeong von 1652

Juli 1, 2014

In Suyeong in Busan laufen an der Festung von 1962 und ihren Resten archäologische Ausgrabungen. Und zwar genau an der Stelle, an der früher ein Tor mit Zwinger stand:
Gyeongsang Jwasuyeong. Die Stadt hat sich einfach über die Mauerreste hinweg ausgedehnt, so gibt es immer wieder deutliche Wellen in Haus-und Straßenabschnitten.
좌수영성지 rebuild 1652
Hier gut zu erkennen.
Von der Seite:
좌수영성지 rebuild 1652
Davor gab es wohl eine Abwasserrinne:
좌수영성지 rebuild 1652

Eonyang Stadtmauer 언양읍 읍성

Mai 19, 2013

Nun ist das Südtor an der Reihe. Wiederaufbau, nachdem es fast gänzlich in der städtischen Bebauung verschwunden war:
언양읍 읍성 Eonyang fortress
Das Modell:
언양읍 읍성 Eonyang fortress
Etwa der gleiche Zwingertypus wie in Gimhae:
Gimhae Festung II
Die Torkonstruktion:
언양읍 읍성 Eonyang fortress
Das ist der Originalzustand der Mauer unmittelbar daneben:
언양읍 읍성 Eonyang fortress
Im letzten Jahr, als noch die Archäologen dran waren:
http://panzercho.egloos.com/10876695

Gijang Stadtmauer 기장군 읍성

Dezember 18, 2012
Gijang Stadtmauer by Jens-Olaf
Gijang Stadtmauer, a photo by Jens-Olaf on Flickr.

Da liegen sie also, die Reste der Stadtmauer von Gijang auf der Ostseite der Altstadt. Gut zu erkennen, die massiveren Steine zur Feindseite.

Die vorhandenen oberirdischen Teile sehen so aus:
Gijang Stadtmauer
Nochmal etwas näher betrachtet:
Gijang Stadtmauer

양산읍성 Yangsan-Stadtmauer

Dezember 1, 2012

Was für ein Hobby, aber am Wochenende Stadtmauer-Reste suchen, ist halt eins. Seit Monaten liegt mir „panzerchos“ Karte vor. Heute habe ich anderthalb Stunden U-Bahnfahrt in Kauf genommen, um die Reste zu finden.
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Und das war die Ausbeute:
Yangsan city wall 양산읍성
An der Nordmauer liegt ein kleines Haus mit Garten, die größten hinterlassenen Steine hier.

Steine weggeräumt, aber der Verlauf ist noch zu erkennen:
Yangsan city wall 양산읍성
Hier ein bekanntes Muster, gebaut auf der Mauer, vielleicht weil es günstig war:
Yangsan city wall 양산읍성
Diese Stadt von über 400 000 im Norden von Busan legt wohl noch keinen Wert auf diese historischen Relikte.
Unten links am Haus ein großer Fundamentstein, das Gebäude sitzt direkt auf der Mauer.
Yangsan city wall 양산읍성
Unten rechts das gleiche Bild:
Yangsan city wall 양산읍성
Man beachte den Stein links, ebenfalls entlang des Festungsverlaufs:
Yangsan city wall 양산읍성
Umbaut, rechts:
Yangsan city wall 양산읍성
Überwachsen:
Yangsan city wall

Archäologie geht U-Bahn in Busan – Suan Station 수안역

Mai 23, 2012
DSC01091 by Jens-Olaf
DSC01091, a photo by Jens-Olaf on Flickr.

Zeugen des Imjinkriegs 1592 – wahrscheinlich. Gefunden während des U-Bahnbaus der Linie 4 vor einigen Jahren. Fortsetzung folgt.

Es war am 25. Mai 1592 als die ersten japanischen Invasionstruppen auf die Festung Dongnae stießen, zuvor hatten sie schon den Hafen Busan eingenommen. Song Sang-hyeon, der koreanische Kommandeur, versammelte Soldaten, etwa 3000, und Zivilisten zur Verteidigung. Die Japaner positionierten sich an fünf verschiedenen Seiten entlang der Mauern. Der japanische General Konishi Yukinaga ließ ein Papier überreichen „Kämpft, wenn ihr es so haben möchtet, oder lasst uns weiterziehen“, auf dem Weg nach China. Das wurde von der koreanischen Seite abgelehnt. Danach begann der Angriff. Auf der Südseite der Mauer war ein Kanal vorgelagert, der zur Verteidigung diente. Dieser wurde beim U-Bahnbau entdeckt. Wie sich zeigte mit vielen Funden, die von kriegerischen Handlungen zeugten. Das ist nun in der U-Bahnstation dokumentiert.
Die unteren Eingänge erinnern an das nahe gelegene Südtor:
Suan Station
Ein Museum mit einem Modell von Dongnae:
Suan Station
Unten ist das Südtor zu sehen, davor der Graben:
Suan Station
Hinter einer Glasscheibe ist die Grabungsfläche der Archäologen, das Planum, rekonstruiert. Dort fanden sich Holzspieße und dazwischen Soldaten, Waffen, Helme, ganze Rüstungen.
Suan Station
Hier ein Kettenhemd:
Suan Station
Eine der historischen Darstellungen der Belagerung:
Suan Station
Koreanische Waffen:
Suan Station
Drei Schichten aus der Josun-Zeit:
Suan Station
An anderer Stelle ist auch die Schichtenfolge, kenntlich gemacht durch die Archäologen, das Stratum also, zu sehen.
Suan Station
Ein Helm:
Suan Station
Noch tiefer in der Station, historische Bilder von Busan:
Suan Station
Zwei Linien kennzeichnen den Verlauf des Grabens:
Suan Station
Ein Ausgang:
Suan Station

Vergleiche

August 3, 2011

Nicht nur historische Transportschiffe sehen anders aus, als zum Beispiel die Kogge, das hier scheint ein Transportschiff aus der Joseonzeit zu sein:
Transportschiff
Eins fällt mir erst jetzt auf. In Mitteleuropa durften Ortschaften oder Dörfer keine Wehranlagen bauen. Ein Privileg der Städte oder Klöster.
In Korea finden sich allerdings viele Siedlungen, die früher mit Mauern umgeben wurden. Wahrscheinlich durch Anordnung von oben:
Cheongsan-do (청산도)
Aus Nahsicht:
Cheongsan-do (청산도)
Und natürlich rekonstruiert:
Cheongsan-do (청산도)
Das ist auf der Insel Cheongsan-do (청산도)
Auf der Insel Gadeokdo ist alles beim Alten:
진성 Dorfmauer auf Gadeokdo
Zum Teil verfallen, aber sichtbar:
진성 Dorfmauer auf Gadeokdo
Anzunehmen, dass sich die Dörfler später reichlich an den Resten bedient haben:
진성 Gadeokdo 가덕도진성

Alt-Dongnae

Mai 4, 2011

Dongnae ist eines der alten Zentren in Busan. Bekannt für die Schlacht um die Festung am Beginn des Imjinkriegs 1592.
Es begann laut koreanischen Quellen um 8 Uhr am Morgen und dauerte zwölf Stunden. Die japanischen Dokumente besagen vier Stunden. Die Japaner hatten zuvor den Kommandeur Son Sang-hyon zur Kapitulation aufgefordert: „Fight if you want to fight. Or lay down your arms and let us pass.“ (Samuel Hawley, The Imjin War)
Während der Kämpfe sollen auch Frauen mitgewirkt haben, indem sie Dachpfannen von den Dächern warfen. Aber die Arkebusen, Ashigaru, der Japaner waren zu viel für die Verteidiger, die vor allem mit Pfeil und Bogen operierten.
Eine Bild-Szene, ausgestellt im Museumsteil des Chungnyeolsa Schreins, ist im Internet kaum zu finden (es gibt eine zweite Abbildung):

Gut zu erkennen die Mauerzüge, rekonstruiert heutzutage auf den umliegenden Höhen, im bebauten Stadtteil finden sich immerhin noch Hinweise: das Südtor an der Hauptstraße, ein Gedenkstein:
Dongnae Fortress
Das Westtor hat ebenfalls einen, aber es sind auch Fundamente vorhanden:
Dongnae Fortress
Ich meine, dass der Zwinger mit seiner Rundung gut zu erkennen ist.
Und das ist ein U-Bahn-Lüftungsschacht. Vielleicht ahmt er die Mauerkrone nach.
Dongnae Fortress
Und dann bleibt noch die Frage nach einer älteren Vorgängermauer:
Oldest wall in Dongnae?
Was sonst, ein paar alte Original-Hanoks, etwa 100 Jahre alt:
Last hanoks in Dongnae

Dongnae Waeseong und Stadtmauer 동래왜성 – 동래성

April 30, 2011

Diese japanische Festung ist kaum zu erschließen. Denn das Gelände ist weitgehend gesperrt. Oberhalb vom Chungnyeolsa- Schrein (siehe letzter Post).
Aber panzercho hat eine hilfreiche Karte:

Mit der bin ich gestern den Stadtteil abgelaufen. Am besten man fängt da an, wo die Dongnae-Festungsmauern rot mit der blauen Linie, Waeseong, gemeinsam verlaufen. Dieses Stück ist nämlich wiederaufgebaut worden.
동래 읍성 city wall Dongnae
Während die japanische Festung weiter östlich verläuft endet die Stadtmauer in den Siedlungen:
동래 읍성 Stadtmauer Dongnae
Wahrscheinlich sind auch hier ältere Häuser auf der Mauer errichtet worden:
동래 읍성 city wall Dongnae
Und hier bin ich mir ziemlich sicher:
동래 읍성 Dongnae Festungsmauer
Das gleiche Haus von der Hauptstraße aus gesehen:
동래 읍성 Dongnae Festungsmauer
Weiter oben auf dem Berg ein wiedererrichteter Abschnitt:
동래 읍성 Stadtmauer Dongnae
In den Steinfugen:
동래 읍성 Stadtmauer Dongnae

Noch genauere Infos und Karten:
Journal of DCN 동래성 전투

Archäologie und Funde bei den U-Bahn-Arbeiten:
역사추적 / 조선판 킬링필드, 동래성에 무슨 일이 있었나?

Wikipedia: The Siege of Dongnae

Suyeong – glatt übersehen 좌수영성지 Teil2

März 6, 2011

좌수영성지 Jwasuyeong Fortress
Das ist das Modell der Festung nach 1652 im örtlichen Museum. Im Vordergrund das noch nicht versetzte Südtor.
Aber diese Mauer hier, über drei Meter hoch, steht noch an gleicher Stelle:
좌수영성지 Jwasuyeong Fortress
Neben dem Tor zur Hafenseite:
좌수영성지 Jwasuyeong Fortress
Ein Stück weiter entfernt wurden Häuser aufgesetzt, die Mauer ist in den Hinterhöfen nur schwer zu entdecken:
좌수영성지 Jwasuyeong Fortress
Oder hier:
DSC04864좌수영성지 Jwasuyeong Fortress
Halb Hügel runter und halb Mauer abwärts, nun eine Gasse:
좌수영성지 Jwasuyeong Fortress

panzercho hat mal wieder die passenden Karten.