Archive for Juni 2007

Post vom Kindergarten

Juni 28, 2007

Ueberraschend haben wir heute den ersten Wochenplan vom Kindergarten bekommen. In einer Uebersicht wird das Hauptthema der folgenden Tage vorgestellt: Tiere, Tierschutz und Verhalten gegenueber anderen Lebewesen. Ausserdem das weitere Programm und Lernziele. Der Musikanteil mit Instrumenten ist sehr grosszuegig. Was etwas zu kurz kommt, ist der sportliche, der Bewegungsanteil. Den gibt es auch, aber Sayan und Surin haben in Osnabrueck den Spiel-und Sportkindergarten besucht, das hebt die Ansprueche. Ansonsten, auf dem Blatt zu sehen: Die ersten Schritte mit Englisch im Kindergarten.
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Alt-Gimhae

Juni 28, 2007

Laut einer Telefonauskunft bei der Stadtverwaltung Gimhae leben hier ein paar tausend Nichtkoreaner. Die meisten, etwa 2000, sind Arbeiter aus den Philippinen und Suedostasien, 1000 Chinesen; Europaeer und Amerikaner etwa 100. Bei 500 000 Einwohnern. Im Internetcafe sieht man ab und zu Vietnamesen mit Freunden und Familie online chatten. Die Europaeer und Amerikaner haben dafuer gesorgt, dass es jetzt auch Gorgonzola und andere Kaesesorten im groessten Supermarkt der Stadt im Sortiment gibt, uebrigens auch Krombacher Bier, das etwa das Vierfache kostet. Vor einem Jahr waren es nur Schmelzkaese und vielleicht Gouda. Kaese ist hier so selten, wie bei uns Rohfisch oder getrocknete Algen. Das alles sind schon grosse Veraenderungen, wie auch der Grossteil der Stadt aus Neubauwohnungen besteht. Altes gibt es aber auch noch, Relikte runter bis ins 5. Jahrhundert. Zusaetzlich befinden sich in einigen Randzonen der Stadt Grundstuecke, wo neue Bebauungsplaene noch nicht umgesetzt wurden. Oft liegen dort verstreut Bauernhoefe, die aber nicht mehr lange bestehen werden. Die aeltere Generation lebt meist darin, und die Baussubstanz wird bis zum endgueltigen Verkauf nur noch duerftig instandgehalten.
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Das ist etwa 300m Luflinie von unserem zukuenftigen Apartment entfernt.
Im unteren Foto erkennt man an der linken Hausseite noch die Lehmmauer mit den Steinreihen darin. Das uebrige Haus ist verputzt mit Zement. Vorne zwei ausrangierte Sessel.
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Kinder im Restaurant

Juni 26, 2007

Ja es stimmt, richtiges Begruessen und Verabschieden sind wichtig, besonders der Juengeren gegenueber den Aelteren. Jetzt koennte man denken, auch alles andere sei strenger geregelt. Dann bietet sich als Alternative ein Restaurantbesuch an. Vor einer Woche hatten wir ein besonders lautes lebendiges Beispiel einer Gaststaette erwischt. Von wegen ruhig Sitzen und Warten. Die Kinder haben ausgiebig die Freiraeume genutzt:
Kinder im Restaurant
Ach ja, das Essen. Das Restaurant ist neu und schon bekannt fuer Ente (gekocht).

Beim Gebrauchtwagenhaendler

Juni 26, 2007

Wenn es irgendwie geht, faehrt die Mehrheit in Korea Neuwagen. Aber nicht immer. Wir waren ueberrascht, dass es in Gimhae ein Gerwerbeviertel gibt, mit vielen Gebrauchtwagenhaendlern. In der Regel landen hier Kleinwagen und die Mittelklasse im Angebot. Da uns das Geschaeft mit dem Weiterverkauf von Fahrzeugen nicht ganz geheuer ist, sind wir froh, dass wir einen Haendler gefunden haben, der ein Freund aus naher Verwandtschaft ist. Der Mann mit den vielen Schluesseln:
Gebrauchtwagenhaendler
Von diesem Kleinwagen raet er uebrigens ab, im Zweifelsfall besteht er den Elchtest nicht.
Seit 5 Jahren ist der Haendler im Geschaeft und faehrt mittlerweile einen BMW. Ein Exotenauto in Korea, das hier ueber 100 000 Euro kostet. Die Meisten fahren KIA, Hyundai oder Daewoo. Importierte Autos unterliegen einem hohen Zoll. Selbst japanische Autos sind selten. Aber damit kein falsches Bild ensteht. Der Unternehmer lebt wie alle anderen in einem Hochhausapartment. Und naechstes Jahr fliegt er zum ersten Mal mit Freunden nach Europa. 12 Tage fuer Frankreich, Italien und Deutschland. Ich nehme an, sie werden dabei viel Autobahn kennen lernen.
Gebrauchtwagenhaendler II
Vielleicht entscheiden wir uns fuer einen Daewoo Rezzo, keinen Benziner, sondern mit Gas betrieben, das weitaus guenstiger ist.

Montag: ein Blick in Sayans Hausaufgaben. Heute werden einige chinesische Schriftzeichen gelernt. Hier das Zeichen fuer den Wind:
Chinesisch

Samstag

Juni 24, 2007

Dieser Samstag war schulfrei, fuer Sayan zwei Tage am Wochenende ohne Schulbuecher. Die Klassenlehrerin hatte ihr zum Aufholen des Lernstoffs noch die Hefte fuer das 1. Schuljahr mitgegeben. Ein guter Teil  davon ist von Sayan schon durchgearbeitet. Aber das Buecherpaket vom 2. Schuljahr wird wahrscheinlich in den naechsten Wochen oder nach den Sommerferien noch folgen.

Warum ist die Schule in Korea weiter in Mathe auf gleicher Stufe als bei uns? Sie haben schon Geometrie und Rechnen mit vielen Stellen in der 3. Klasse. Das hat unter anderem einen einfachen Grund. Es stehen 4 Stunden Mathematik in der Woche auf dem Stundenplan. Und der Kindergarten leistet auch schon Vorarbeit. Surin lernt nicht nur die Buchstaben und erste Woerter schreiben, sondern sie rechnen dort auch. Die Kinder werden also schon auf das 1. Schuljahr vorbereitet.  Surin hatte letzte Woche pro Tag eine Hausaufgabe mitbekommen. Sie sollte die vorgegebenen Woerter auf einer Seite nachschreiben. Am naechsten Tag kontrolliert die Erzieherin die Aufgabe und versieht das Geschaffte mit einem grossen Zeichen.

Geburtstag im Kindergarten: Einmal im Monat werden alle anfallenden Geburtstage gefeiert. Es gibt Torte und die Kinder, die ein Jahr aelter geworden sind erscheinen in Nationaltracht. Leider war nur Surin von uns dabei, so dass es keine Fotos davon gibt.

 Wieder haben wir einen Landausflug unternommen.  Diesmal fielen die unzaehligen Telefonnummern an Hauswaenden in den Doerfern auf. Es fehlen Landarbeiter. Felder koennen zum Teil nicht abgeerntet werden. Korea hat keine Nachbarlaender wie wir, von wo aus Saisonarbeiter kurzfristig herueberkommen koennen:
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Strassenszenen

Juni 22, 2007

In unseren Medien, Zeitungen und Fernsehen, werden gerne Nachrichten aus Korea gebracht, die etwas Extremes, Skurriles zeigen. Da mische ich gerne mit. Einmal eine Strassenszene in Gimhae vor einem Krabbenrestaurant. Die Zubereitung und das Vorkochen finden vor der Tuer statt. Hier leben die Krabben noch:
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Hier nicht mehr. Ueber dem heissen Wasserkessel:
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Ein paar Strassen weiter werden Reparaturen an den Kabelverteilern vorgenommen, in luftiger Hoehe, aber keine Sorge, er ist gesichert:
Arbeitsplatz

Wetter: Die Dschangma-Jahreszeit

Juni 22, 2007

Worin liegen die Unterschiede zu unserem Sommer? In Osnabrueck ist es heiss und trocken, wenn ein Hochdruckgebiet von Juni bis August vorherrscht. Haufig wird das Wetter von Tiefauslaeufern unterbrochen, dann gibt es einen Temperatursturz und Regenfaelle.

In Suedkorea beginnt jetzt die regnerische Jahreszeit. Die Temperaturen steigen moderat, aber bei ueber 20 C nimmt die Luftfeuchtigkeit zu, man kommt leicht ins Schwitzen. Wer es genauer wissen moechte, hier eine englischsprachige Beschreibung:

The relative humidity is highest in July at 80% to 90% nationwide, and is lowest in January and April at 30% to 50%. It has a moderate value of about 70% in September and October. The monsoon front approaches the Korean Peninsula from the south in late June, migrating gradually to the north. Significant rainfall occurs when a stationary front lies over the Korean Peninsula.

The rainy season over Korea, the so-called Jangma season, continues for a month from late June until late July. A short period of rainfall comes in early September when the monsoon front retreats back from the north.

This rain occurs over a period of 30-40 days in June through July at all points of South Korea, with only some lag in time at different stations, and accounts for more than 50% of annual precipitation at most stations. Annually, about 28 typhoons occur in the western Pacific. Generally speaking, only two or three among them approach the Korean Peninsula from June through September.

Jangma
Die Regenfront wird auch Monsun genannt, zweimal ueberquert sie Korea. Dazwischen gibt es auch trocken-heisse Phasen. Im September fallen dann vor allem die Nachttemperaturen wieder. Aber bis dahin sind noch einige Wochen hin. Heute gab es erstmal nur Nieselregen. Und fast vergessen, die Taifune, die heftigen Stuerme, die regelmassig im Sommer uebers Land ziehen. Das wird noch kommen.

Rohfisch

Juni 20, 2007

Nach den Kartoffeln, jetzt mal ein Gericht, das man nur in speziellen Restaurants bekommt. Eigentlich haben alle Orte, an denen gegessen wird, einen Schwerpunkt, eigene Hauptgerichte. Ein Restaurant, wo allgemeine koreanische Kueche angeboten wird, gibt es eigentlich nicht.

Rohfisch wird ganz frisch zubereitet. Das heisst, die Koeche nehmen den lebenden Fisch aus dem Meereswasserbecken im Restaurant. Der Fisch wird ausgenommen und filetiert:
Rohfisch

Das ist uebrigens ein Onkel von Surin und Sayan, der auch nach Meeresfruechten taucht. Da alles erst nach der Bestellung zubereitet wird, auch das Gemuese, und die Kunden am liebsten sofort essen wollen, wirbeln alle in der schmalen Kueche herum:
Fischrestaurant

So wird serviert. Das Hauptgewuerz ist eine Art gruener Merrettich mit Soyasauce.
Restaurant Rohfisch

Der Ehrgeiz mancher Eltern

Juni 20, 2007

Erfolg in der Schule zaehlt viel. Das ist normal. Aber der Ehrgeiz mancher Eltern, ihre Kinder beim Lernen zu unterstuetzen geht weit ueber das uebliche Ziel hinaus. Gestern verteilte jemand von einem Nachhilfeinstitut eine Liste fuer weitere Unterrichtsangebote am Nachmittag und eine Buecherliste. Das ist ein Geschaeft, gleich zu erkennen, da alle genannten Buecher genau 180 Seiten haben. Ein Buch habe ich herausgegriffen:

„Wie ich auch ein herausragender Manager werden kann“ (CEO) . Wohlgemerkt, das ist ein Kinder- und Jugendbuch.
CEO

Nur Reis oder was?

Juni 19, 2007

Reis ist das Wichtigste bei allen Mahlzeiten in Korea. Deshalb fange ich nicht damit an (ueber das Essen in spaeteren Beitraegen), sondern mit der Kartoffelernte. Die Saison dafuer lauft gerade. Etwas ausserhalb von Gimhae gibt es fuer den Kartoffelanbau den noetigen Sandboden. Alle anderen Boeden kommen nicht in Frage, die Fruechte wuerden wahrscheinlich in der feuchten Erde verfaulen. Der groesste Teil der Anbauflaechen gehoert dem Reisanbau.

Auch das Selbersammeln auf dem Feld ist hier bekannt:
Kartoffelernte III
Das Feld vor dieser Kulisse
Kartoffelernte

Die Bauern verkaufen die Kartoffeln nicht in Saecken, sondern in Kartons:
Kartoffeln