Archive for Juni 2008

Der Finaltag

Juni 30, 2008

Korea ist der Zeit voraus, der MEZ, etwa sieben Stunden. Also war der Finaltag der Euro 2008 heute morgen in Korea. Am Sonntag sollte Sayan für die Schule einen natürlichen Fluß- oder Bachlauf beobachten und sich Notizen machen. Etwa zehn Minuten von unserem Haus kommen an dieser Stelle zwei kleine Täler zusammen. Wenn es schon heiß wäre, säßen hier ganze Familien beim Picknick. Aber so haben wir den Platz noch für uns. Ich schaue wohl etwas nachdenklich, wahrscheinlich in Vorahnung des Endspielergebnisses:
Ende Juni
Etwa 50m weiter einer der vielen kleinen Wasserfälle:
Wasserfall
Seit Anfang Juni können wir Bilder vom letzten Jahr vergleichen, zum Beispiel ein Ausflug in ein Nebental Gimhaes in der ersten Juliwoche 2007. Eine überflutete Straße:
Gimhae

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Wetter

Juni 28, 2008



Wetter

Originally uploaded by Jens-Olaf

Die Hitzewelle ist noch nicht da, im Gegenteil: Es wird kühler. Die Temperatur rutscht unter 20°C in der Nacht nach dem langen Regen. Ich habe letztes Jahr anders in Erinnerung.

Fußball: Die Pakistaner in Gimhae haben eine Großbildprojektion für das Finale in der Kumusta und Aibowan Bar geplant. Montag um 3 Uhr morgens werden die Fußball-Enthusiasten dort eintreffen, andere werden die Nacht durchmachen. Sollte es einen Bildausfall wie in Deutschland geben, ist vorgesorgt. Sie haben unzählige Kanäle zum Umschalten. Zur Not auf Al-Jazeera, die Deutschland-Türkei ohne Unterbrechung übertragen haben, wie ein Osnabrücker Radioexperte berichtete.

Sonntag haben die Expats übrigens ein Billardturnier organisiert. Das wird recht international. Meine Favoriten kommen aus den Philippinen, andere aus Pakistan (Foto) und einige ambitionierte aus den USA. Mal sehen wieviel Nationen aufeinander treffen.
Billiard

Allmählich muss ich wohl diejenigen vorstellen, die hier gelegentlich kommentieren. Ich fange mal mit Swisskimchi an. Ein Student aus der Schweiz in Seoul. Leider musste er letztens eine nicht sehr erfreuliche Erfahrung während einer alltäglichen U-Bahnfahrt machen. Ich habe daraufhin meine Eindrücke geschildert. Zusammengefasst: Korea ist in der Nacht anders als am Tage. Und der Alkohol spielt dabei eine große Rolle: Hier der Post. Korean Beef Fighter

Der Halbfinal-Tag

Juni 26, 2008

Ich hab’s geschafft. Morgens um 3 Uhr 45 aufstehen. Halbfinale Deutschland: Türkei sehen. Ich habe das sooft rum erzählt, dass ich das vielleicht machen werde, also musste ich dann wohl. Zwischendurch ein Kontrollblick in der Halbzeit nach Osnabrück auf den Marktplatz. Und tatsächlich, kein Betrieb, alle sitzen scheinbar vor den Übertragungen:
Osnabrück Marktplatz
Morgens in der Schule war das natürlich ein Thema, aber dann haben sich die Oberschüler schnell ihren Examensvorbereitungen gewidmet. Normaler Unterricht findet kaum mehr statt. Eine merkwürdige Atmosphäre. Einzelne Schüler gehen auf den Flur und lernen dort im Stehen:
Vor dem Examen
Beim genauen Hinsehen erkennt man die Ohrhörer. Irgendwo läuft ein ipod oder sowas.
Und hier die Mathematik für die 11. Klasse, die viel Lernaufwand erfordert. Das Notizbuch einer Schülerin:
Examen II
Gesprächsthema war auch ein Zeitungsbericht über unsere Schule. Abgebildet wurde einer der Englischlehrer in einer Klassensituation:
Englisch

Grundschule – Tag der offenen Tür

Juni 24, 2008

Und noch einmal Thema Grundschule, ein Blick in Surins Klasse. Heute waren die Eltern eingeladen. SJ hat die Gelegenheit genutzt ein paar Aufnahmen zu machen:
Offene Tür
Das ist ihre Klassenlehrerin:
Offene Tür 4
Eins wird selbst am Tag der Offenen Tür deutlich, es ist nicht mehr wie früher, die Kinder sind recht unruhig. Lehrer berichten, dass ein guter Teil des Unterrichts nur zum Organisieren und Ordnung schaffen benötigt wird.
Hier ein Beispiel der Klassenroutine.
Auch das Essen ist ein großes Thema an diesem Tag. Obwohl die Kinder in der Schulmensa versorgt werden, kaufen sie vor dem Schulgelände in den Kiosken regelmäßig Süßigkeiten. Vor und nach dem Unterricht.
Offene Tür 3

Surins Schularbeit

Juni 21, 2008

Surin lernt Koreanisch in der 1. Klasse der Grundschule, am Ende soll SJ unterschreiben. Surin sagt Englisch-Koreanisch „sign“.

update Foto unten: Der Aufholbedarf. Eines der ersten Diktate, noch ohne Ergebnis.

Donnerstag

Juni 20, 2008

So – weitere 60 Schüler sind geprüft. Das Ergebnis aus 3 bis 5 Minuten Befragung und Gespräch entscheidet über ihre Deutsch-Zensur in der zweiten Hälfte des Semesters. Mitarbeit im Unterricht wird nicht berücksichtigt. Eine weitere Erklärung, warum viele Schüler bis zum letzten Drücker warten, um den Stoff zu lernen und warum sie so genau wissen wollen, was abgefragt wird.
Die Test-Situation war, naja, nicht ganz glücklich. Auf dem Flur vor dem Klassenzimmer.
Danach eine nette Szene: Eine Schülerin korrigiert die Frisur ihrer Tisch-Nachbarin. Früher gab es strenge Regeln über die Länge der Haare, heute ist eher die Mode Anlass für den Einsatz der Schere:

Zurück in Gimhae habe ich abends einen Italiener getroffen. Er betreibt ein Ristorante im Stadtzentrum mit richtiger Pasta und Käse und allem was dazu gehört. Und er ist mit einer Koreanerin verheiratet. Sie haben sich in Australien kennen gelernt. Ihr gefiel es dort nicht und sie wollte zurück. So sind sie vor zwei Jahren in Seoul gelandet und seit 2007 in Gimhae.

Diese Jungs

Juni 18, 2008

Parkour in Haeundae
Am Samstag waren sie die einzigen in ihrem Alter am Strand, ich schätze sie sind 15. Woher nehmen sie die Zeit ihren Sport auszuüben? Egal, sie tun es. Meine Schüler,17, haben morgen ihre mündliche Deutschprüfung. Sie ist vorgezogen. 80 Schüler soll ich prüfen. Am Dienstag waren einige schon dran. Für jeden habe ich 3 bis 5 Minuten. Dann folgen in den nächsten Wochen die wirklich wichtigen Prüfungen wie Mathe und Englisch. Die Oberschüler werden sich wieder bis zum Abwinken mit ihrem Lernstoff beschäftigen. Meine Schulstunden haben sie dann zum Schlafen oder um Versäumtes nachzuholen.
Eine Tochter von SJs Freundin berichtete, dass sie allein etwa 5 Stunden für Mathematik am Tag benötigen, um dem Stoff zu folgen. (Das schwankt aber von Fall zu Fall).

Kommt jetzt die Regenzeit?

Juni 18, 2008

Dichte Regenwolken treiben oberhalb von Gimhae über die Festung. Deutlich kühler war es in der Nacht auch nicht mehr, die Luftfeuchtigkeit ist in den letzten Stunden stark angestiegen. Der Boden in der Wohnung fühlt sich barfuß nicht mehr trocken an. Die große Hitze bleibt aber noch aus. Die wird wohl erst im Juli einsetzen.
Ha, gerade beim Nachschauen im Archiv stelle ich fest, dass ich letztes Jahr nur vier Tage später ähnlich gepostet habe, über die Dschangma-Jahreszeit. Der Wetterwechsel tritt doch ziemlich vorhersehbar ein.

Nachtrag Samstag

Juni 17, 2008

Während die Familie in Haeundae blieb, bin ich zurück nach Gimhae gefahren. Denn die Diaspora der Englischlehrer hat eine sogenannte „open mic“ (offenes Mikrofon, oder so) Nacht veranstaltet. Wieder in der Kumusta-Bar, wo sie sich auch in der Woche treffen. Und es sind einige Talente darunter, besonders Gitarrenspieler. Gimhae ist zwar groß, aber ein kulturelles Nachtleben gibt es kaum, deshalb war die Idee, es selbst in die Hand zu nehmen:
Live in Kumusta II
Fast zehn verschiedene Amateur-Musiker traten auf:
Live in Kumusta

Der erste Strandbesuch

Juni 15, 2008

Eigentlich müsste hier ein Klimavergleich mit Osnabrück folgen. Die Entwicklung des Frühjahrs. Grob kann man sagen: Die Nachttemperaturen steigen kontinuierlich an, aber langsam. Jetzt sind es oft 16-19°C am Morgen. Tagsüber moderate 25°C, bei klarem Himmel ist die Sonne aber sehr kräftig. Wir liegen auf gleicher Höhe mit Algier oder Tunesien in Nordafrika. Etwas vermisse ich die noch längeren Abende in Norddeutschland, gegen 20 Uhr geht hier die Sonne im Juni unter. Geregnet hat es die letzten Wochen recht häufig, aber nie mit einer tagelangen Regenfront.
Es ist also möglich schon im Meer zu baden. Die Kinder waren die ersten:
Haeundae
Aber nur kurz, dann haben sie sich mit Sand eingegraben:
Haeundae II
In Haeundae (Busan) habe ich mir an der Strandpromenade schon mal gedacht, dass sich hier hervorragend Parcour üben ließe. In Korea ist dieser Trendsport gerade erst angekommen. Diese Jugendlichen benutzen tatsächlich nun die Anlagen:
Parkour II
Seit einem Jahr trainieren sie:

Schönes Gratisspektakel für die Strandbesucher:
Parkour
Einer von Dreien:
Parkour III