Archive for Juli 2007

Die 80er, alles schon Geschichte

Juli 30, 2007

Ein Blick auf ein Apartment-Gebäude der ersten bis zweiten Generation in Busan auf der Insel Yongdo. Das ist schon gefühlter Altbau. Aber er ist noch keine dreißig Jahre alt. Die Tage bis zum Abriss scheinen gezählt.
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Vorher hat es nur maximal zweistöckige Häuser im Viertel gegeben. Jetzt wohnen hier, sagen wir mal, nicht so wohlhabende Leute.
Die Postkästen im Erdgeschoss, Nummern sind die Hauptadressen, die Briefe sorgfältig einsortiert.
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Es scheint, dass ursprünglich Aussentoiletten vorhanden waren, die immer noch benutzt werden.
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Altes Geländer mit Gebrauchsspuren, die Flure haben den Flair eines Roh-Baus. Trotzdem, der Feuerlöscher weiter unten zeigt, dass das Gebäude noch Liebhaber besitzt.
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Wo ist das Dominikanerkloster?

Juli 30, 2007

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Dieses Bild ist in Wirklichkeit mehrere Meter lang. Das Motiv zeigt die Dominikanerkirche in Osnabrück. 1998 war ein koreanischer Maler zu Besuch, aus dieser Zeit stammen Idee und erste Skizzen. Jetzt ist es verschwunden, und zwar auf eine sehr geläufige Art und Weise. Erst sollte es Leihgabe für ein neueröffnetes Bierrestaurant in Busan sein (Künstler und Inhaber kannten sich). Für ein paar Tage, eine Woche, oder so. Doch es wurde nicht gleich wieder zurückverlangt. Das Lokal ging Pleite und das Bild wurde als Inventar gleich mitverkauft. Käufer unbekannt. Reaktion des Ausleihers: „Hab dich nicht so… . “

Nur das der Künstler schon recht bekannt ist, mit Ausstellungen in Japan und den USA. Bin gespannt, wann wir es wiederfinden werden.

Der Künstler und sein Atelier ausserhalb Busans an der Küste:
Ho-Jun II

Rebenland

Juli 30, 2007

Ebene Flusstäler sind die Hauptanbaugebiete für Gemüse, Reis, Obst. An den Gebirgshängen kommen noch die Terrassenfelder hinzu. Im Chirisangebiet werden dort Tee und Trauben angebaut . Vereinzelt keltern sie auch eigenen Wein, wer sucht, findet sogar Ökowein.

Chirisan Schwarz Weiss
Die Reben werden aber auch im Flachland gezogen, dort häufig wie unter einem Gewächshaus. Nur wird in Korea meist die Plastikplane bevorzugt, anstelle der Glashäuser, wie in den Niederlanden. Und die Trauben werden gleich mit großem Aufwand vor der Lese in Papiertüten eingepackt.
Trauben II
Unter der Plane befinden sich die Deckblätter, die die Süße für die Trauben bringen, die übrigen Blätter hängen draußen. Die Plane soll auch vor den gefürchteten roten Sandniederschlägen aus China schützen. Diese sind oft stark schadstoffbelastet und die Ernte kann dann nicht mehr vermarktet werden:
Trauben IV
Macht die Landschaft zwar nicht gerade attraktiv, ein Blick unter die Plane, aber es hilft den Pestizideinsatz zu verringern:
Trauben III
Nach der Lese wird auch gerne direkt am nächsten Straßenrand verkauft:
Trauben V

Es war einmal eine Dorfschule

Juli 29, 2007

Dorfschule VII
Irgendwie ein bekanntes Thema. Aufgegebene kleine Dorfschulen. Für die meisten Dörfer wurden noch in den 70ern und 80ern neue Schulen errichtet, doch mangelnder Nachwuchs und Landflucht haben Konsequenzen. Viele Schulen sind nun verwaist. Die Skulpturen vor den Gebäuden, mit überall ähnlichen Motiven, sind bald zugewachsen:
Dorfschule VI
Und über allem wacht Sejong, der König aus dem 15. Jahrhundert, der die koreanische Buchstabenschrift entwickeln liess.
Dorfschule
Auf dem Weg in das Chirisan-Gebirge haben in solch einer Schule Kunsthandwerker und Holzhaus-Bauer eine neue Werkstätte gefunden. Sie versuchen traditionelle Materialien wie Holz und Lehm wieder einzuführen. Auf dem ehemaligen Schulhof werden die Balken zugearbeitet:
Dorfschule II Für die nötigen Fertigkeiten wird ein 18tägiger Kurs angeboten. Ein alter ofen-beheizter Klassenraum ist jetzt Veranstaltungsort für Seminare.
Dorfschule V
Die Vorteile von Lehm und Holz machen sich gerade jetzt bemerkbar, von feuchtem Wetter mit moderaten Temperaturen um 25-28 °C im Juli hat sich das Sommerklima Richtung Hitze geändert.
Über bebauten Flächen werden locker 40°C und mehr erreicht. Die Wohnungs-Innentemperatur sinkt kaum unter 30°C in der Nacht(ohne Klimaanlage).
Selbst in diesem offenen noch unfertigen Lehmhaus ist es gleich angenehmer als in der Schule nebenan:
Dorfschule VIII
Hier ein Lehmziegeltyp, es gibt viele Anbieter und Qualitätsstufen.
Dorfschule IV
Wird das Holz nicht für Häuser verwendet, werden Möbel und Skulpturen angefertigt:
Dorfschule Holzskulptur

Ferien, oder was!?

Juli 29, 2007

Heute kam unser Neffe mit neuer Festplatte zurück. Alle Daten sind gerettet und ich kann wieder von zu Hause aus posten. Die Unterbrechung passte ganz gut, denn wir waren ein paar Tage in den höchsten Bergen auf dem Festland Südkoreas. Der Berg Hallasan hat zwar noch ein paar Meter mehr, aber er liegt auf einer Insel Richtung Süden.

Es sind also Ferien, für den Kindergarten und für die Schule. Aber unser Neffe hat eine Tochter im ersten Schuljahr und Ferien hat sie doch nicht: Sie geht weiter auf private Nachmittags-Schulen, je nach Fach. Etwa 2 Stunden täglich. Richtig frei hat sie an 3 Tagen von den 6 Wochen Schulferien. Ob das nun notwendig ist oder nicht, können wir noch nicht beurteilen.

Der Kindergarten hat einen eigenen Ferien-Plan, zum Lernen. Jeden Tag soll (muss aber nicht) eine Aufgabe gelöst werden. Von der Mathematik bis hin zur Urlaubs-Beschreibung, hier eine Rechenaufgabe.
Kindergarten HausaufgabenAuf dem Plan steht auch: 10 Bücher lesen, denn lesen können fast alle.

Zwei Notizen

Juli 25, 2007

Ich konnte Montag meine Aufenthaltsgenehmigung fuer Korea abholen. Dazu gibt es eine ID-Karte.  Und entsprechend der Gesetze ist sie erstmal fuer ein Jahr gueltig. Dann kann eine weitere Genehmigung beantragt werden.

Mit der voruebergehenden Klassenlehrerin von Sayan haben wir am letzten Tag des Schuljahrs noch einmal gesprochen. Ueber das weitere Vorgehen. Die Lehrerin hat vorgeschlagen, dass Sayan besser zur Grundschule in ihrer Naehe gehen sollte. Und freigiebig meinte sie sogar, dort seien die Lehrkraefte juenger und dynamischer und koennten mit einer so ungewohnten Situation womoeglich besser umgehen. Die weiteren formalen Schritte sind wir auch durchgegangen: Ummeldung, Anmeldung, ausserdem werden dann die uebersetzten Zeugnisse von Sayan vorliegen.  Die Lehrer sind froh ueber jeden Anhaltspunkt von wo aus sie starten koennen. Denn wie gesagt, eine Schuelerin aus einem anderen Land und Schulsystem ist ein sehr seltener Fall.

Nacht-Theater

Juli 25, 2007

Vier Hochhausbauten umgeben einen quadratischen Platz, tagsueber bevoelkert von Kindern und Autofahrern. In den warmen Sommernaechten sind die Fenster in den Wohnungen beiseite geschoben, jedenfalls solange nicht die Klimaanlage laeuft. Einige Tage zurueck wurde es Stockwerke weiter unterhalb unseres Wohnzimmerfensters in diesem Viereck laut. Ein ausser sich geratener Mann beschimpfte lautstark von aussen seine Ehefrau. Wiederholt startete er einige wuetende verbale Angriffswellen und beschallte mit seinen Tiraden die ganze Nachbarschaft. Vielleicht hoerten die meisten nichts, wegen der Klimaanlagen. Sonst haetten sie wohl zurueckgeschrieen, oder sie hatten Spass Zuhoerer des Spektakels zu sein.

Am Wochenende fand ein entscheidendes innerasiatisches Fussballspiel statt. Iran gegen Korea. Man konnte die Familien in den beleuchteten Wohnzimmern auf und abspringen sehen. Unterlegt mit eruptiven Jubelschreien oder lautem Aufstoehnen. Denn es gab ein Elfmeterschiessen, das am Ende Korea ueberstand:
Iran-Korea

Streifzug durch Alt-Busan

Juli 24, 2007

Auf einer Fototour durch die alten Stadtteile Busans habe ich nun reichlich Material zur Stadtgeschichte. Diese Viertel, wie hier im Foto, gehoeren unbedingt zur Szenerie der grossen Staedte in Korea. Aber nirgends tauchen sie in Zukunftsplanungen auf. Aus touristischer Sicht sind sie meiner Meinung nach aber die spannendsten Viertel, vorweg ein rotes Haus:
Busan Harbor

Kleines Festplattenproblem

Juli 24, 2007

Am Samstag hat meine Festplatte, trotz gegluecktem Transport nach Korea, ihren Geist aufgegeben. Erste Rettungsversuche eines Experten aus Familienkreisen sind gescheitert.  Unser Neffe macht sowas hauptberuflich. Mal sehen was moeglich ist, Daten retten und dann mit neuer Festplatte wieder anfangen:
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Kugelfisch

Juli 24, 2007

Kugelfisch ist eine neue Erfahrung. Der Fisch muss richtig ausgenommen sein, sonst ist er giftig. Wie giftig, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht wird auch uebertrieben mit unschoenen Spaetfolgen, ueber die haufig berrichtet wird.  Jedenfalls hiess es, waehrend der Saison, und die ist jetzt, sei er ungefaehrlich. Das Restaurant mit dem Kugelfisch-Emblem:
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Der Stil im Restaurant soll laendliche Atmosphaere nachahmen, deshalb die Tueren, die wie frueher mir Papier bedeckt sind. Dort, wo Gaeste hingreifen, ist das Papier nicht mehr vorhanden:
Papier und Tuer