Archive for Juli 2009

Komischer Sommer

Juli 30, 2009



Alter Markt

Originally uploaded by Jens-Olaf

Wir haben keine Klimaanlage, und daher registriere ich genau, dass es morgens kühl ist. Bei offenen Fenstern. Die Wolken ziehen dicht seit Wochen, ansonsten würde es sich schnell erhitzen. Aber nicht missverstehen, wir bewegen uns zwischen 20 und 30°C. Aber die Luftfeuchtigkeit fehlt. Meine Bücher und die Buchseiten im Regal sind eben wie gehabt. Sonderbar.
Morgen fliege ich nach Frankfurt. Mal sehen wie es hier läuft.

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Besuch vom Sozialamt (multikulturelle Familien)

Juli 29, 2009



Immigration

Originally uploaded by Jens-Olaf

Verdammt, mein Koreanisch muss besser werden. Eine Mitarbeiterin der Sozialbehörde hat mich besucht. Eigentlich falle ich unter die Kategorie der südostasiatischen Ehefrauen und Anhang, denn die stellen die Mehrheit der „multikulturellen“ Familien.
Also sollte ich den umfangreichen Fragebogen zu meinem Hintergrund und meinen Erfahrungen in Korea ausfüllen.
Interessant war jedoch, was die Mitarbeiterin anschließend berichtete. Sie hat einen umfangreichen Einblick in das Leben der Philippininnen und Vietnamesinnen und anderer in Gimhae.
Zuerst dachte ich, sie würde von Leidensgeschichten in konservativen ländlichen Familien berichten. Stattdessen erzählte sie von den falschen Vorstellungen vieler angehender Ehefrauen aus Südostasien über Korea. Sie gingen oft davon aus, Korea sei reich. Konsequenz: Nicht wenige stehen erst am späten Vormittag auf. Bei vielen, sie sind oft jung, gebe es keine Perspektiven, keinen Aufstiegswunsch, eher enttäuschte Erwartungen.
Das war dann doch überraschend zu hören – über die schwierige Stellung dieser Frauen in koreanischen Familien wird ja regelmäßig berichtet.

Politisches Graffiti in Gimhae

Juli 26, 2009



Politisches Graffiti in Gimhae

Originally uploaded by Jens-Olaf

Das ist das erste politische Graffiti, das ich in Gimhae gesehen habe. Chegong hat bei der Übersetzung geholfen. Unter einer Brücke am Stadtfluss. Am Ende: „Lass uns Revolution machen.“

Unterwegs mit Chegong

Juli 26, 2009

Gründlich bereitet sich unser junger Besuch aus Frankfurt auf jede Reise vor. Deshalb ist er auch interessiert an den nicht so touristischen Angeboten in Gimhae. Zum Beispiel der Muschelberg. Ort der ersten archäologischen Ausgrabungen in Korea. Jetzt wird ein Grabungsschnitt aufwendig klimatisiert und sichtbar gehalten. Ein Minimuseum sozusagen:
Muschelberg
Die meterhohen Schichten sind menschlichen Ursprungs. Die Muscheln sind durchstzt mit Knochen und Keramik aus vielen Jahrunderten. Früher war hier die Küste. Das Ausstellungsgebäude:
Muschelberg II
Nur 50 Meter weiter, zwar schon dokumentiert, aber nochmal, die Kaya-Zeit Rekonstruktionen:
Muschelberg III
Am Ende sind wir beim einzigen echten Italiener in Gimhae gelandet:
Chegong
Und der hat Gorgonzola-Pasta, aber richtig. Assa!
Beim Italiener
Dann Abfahrt nach Masan:
unterwegs

Trampen in Korea 1994

Juli 26, 2009



Trampen in Korea 1994

Originally uploaded by Jens-Olaf

Ich lade gerade alte Fotos hoch. Ja, so sind wir mal durch Korea gereist. Getrampt mit Zelt und Isomatte. Quer durch die Provinz.

Rückkehr nach Bongha, 노무현

Juli 23, 2009

Bongha ist ein öffentlicher Ort: die Besucher, die Trauergäste bewegen sich frei. Selbst der Felsen, von dem sich der Präsident gestürzt hat, wird trotz Absperrung von vielen inspiziert, bis zur Kante. Trauer, Neugier alles gleichzeitig. Ältere Frauen brechen auf dem Grabstein zusammen, andere machen derweil Fotos. Nur die großen Medien sind abgereist. Die Profikameras gelten anderen Zielen.
Das ist der Alltag in Bongha, dem Geburtsort des Präsidenten Roh MooHyun. Nur das Haus der Familie bleibt privat.
Eindrücke von einem Nachmittag im Dorf. Eine Frau stützt sich auf den Grabstein des Präsidenten, manche brauchen den spürbaren Kontakt, im Hintergrund der Felsen:
Bongha 노무현, 봉하
Das war der letzte Weg des Präsidenten, gesäumt von Wünschen und Grußbotschaften:
Bongha 노무현, 봉하
Es wird noch immer diskutiert, diese Frauen sehen links aufs Dorf und rechts auf den Felsen:
Bongha 노무현, 봉하
Für viele Ältere ist der Auf-und Abstieg mühsam, manchmal scheint die Atmosphäre fast heiter.
Bongha 노무현, 봉하
Es war hier:
Bongha 노무현, 봉하
Das ist die Weggabelung:
Zwei Wege
Der Bodyguard sagte, der Präsident hätte ihn rechts zum Tempel geschickt, während sein Vorgesetzter den linken Weg einschlug. die letzten Minuten.
Die Absperrung wurde nachträglich angebracht, wird aber weitgehend ignoriert.

Noch in den letzten Lebensmonaten wurden Dorfverschönerungen vorgenommen, hier eine Aufnahme in einer kleinen Teichanlage:
Bongha 노무현, 봉하
Durch Regen und Sonne allmählich ausbleichende Erinnerungsfotos:
Bongha 노무현, 봉하
Reste des alten Bonghas:
Bongha 노무현, 봉하
Das Geburtshaus wird rekonstruiert:
Bongha 노무현, 봉하
Eine kleine Erinnerungshalle, eher improvisiert:
Bongha 노무현, 봉하
Unkorrektes Gedenken eines 9-Jährigen an den vielrauchenden Präsidenten:
Bongha 노무현, 봉하
Ein Bild:
Bongha 노무현, 봉하
Kleine Geschäfte, das ist nicht zynisch, sie sollen sie haben. Aber daran stört sich sowieso keiner. Im Gegenteil. Es sind die Dorfbewohner.
Bongha 노무현, 봉하
Keine 100 Meter vom Haus des Präsidenten:
Bongha 노무현, 봉하
Eine Hinterlassenschaft. Er soll die Bauern dazu angeregt haben Enten als Schädlingsbekämpfung in den Reisfeldern zu benutzen. Jetzt sieht man die kleinen gelben Vogelställe rund um das Dorf:
Enten in Bongha, 노무현
Außerdem produziert das Dorf jetzt Gerstenbrot, oder besser gesagt: Gebäck.
GerstenbrotVerkauf in einer nagelneuen Produktionsstätte.

Sonnenfinsternis und Besuch aus Frankfurt

Juli 22, 2009

Fast verpasst habe ich die fast vollständige Sonnenfinsternis. Es wurde deutlich dunkler, aber Studenten haben mich an das Ereignis erinnert. Draussen blieben die Menschen auf den Straßen stehen. Leider hat es nur für eine vage Aufnahme gereicht, der Blick zum Himmel gegen Mittag:
teilweise Sonnenfinsternis in Busan
Nicht der Mond scheint, die Sonnensichel.

Am Nachmittag sind wir mit einem Besuch aus Frankfurt zum Hausgipfel in Gimhae:
chebong
Pilze überall nach den feuchten Wochen:
Pilz im Juli
Frösche natürlich auch:
Frosch

In der Regenzeit

Juli 18, 2009

Das muss ein alltägliches Bild vor Jahrzehnten gewesen sein, erodierte Wege und Abhänge. Auch jetzt noch lassen die Regenfälle Spuren hinter sich:
Erosion
Die guten Seiten, das Wasser ist kühl:
Wasser

Sprung

Juli 18, 2009



Sprung

Originally uploaded by Jens-Olaf

Surin hat alles abgeschaut vom letzten Wettkampf der Junioren in Busan. Sie hat sogar die Aufwärmübungen imitiert. Alte Schule, Beginn mit dem Bambusstab.

Sayan hat auch noch keine Angst, ohne Hilfe in die Weitsprunggrube:
Sprung II
Und der Sprint:
Lauf

Regen

Juli 17, 2009



Regen

Originally uploaded by Jens-Olaf

Mit Unterbrechungen sind riesige Wassermengen die letzten Tage runtergekommen. Ein 90mm Regen bedeutet in Senken geflutete Straßen, Bäche auf Fußgängerwegen, leere Busse und einige Koreaner, die nur in Badelatschen durch die Straßen gehen. Beim Sprachinstitut in Busan kam eine Gerölllawine runter und hat zig Autos begraben. Titelfoto der Tageszeitungen von heute.