Archive for Dezember 2010

Die Feier Fahrt ins Neujahr

Dezember 31, 2010

Der Silvestertag verlief ganz wie geplant. Besuch in Gimhae, wo die Kinder alte Schulkameraden getroffen haben. Eine Wanderung zur Festung auf dem Berg. Beim Italiener Pizza essen und dann bei der Schwiegermutter/Großmutter in Busan-West vorbeischauen. Um 22:30 haben wir uns auf den Weg in das normalerweise 50 Minuten entfernte Haeundae gemacht.
Verkehrsmäßig müsste alles klar sein – dachte ich. Am Nakdonggang zähflüssiger Verkehr. Wollen die noch nach Hause?
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Hinter Busanjin in der Mitte Busans. Es wird nicht besser. Noch etwas mehr als eine halbe Stunde bis Mitternacht.
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Kurzes Durchstarten auf der Brücke nach Haeundae:
Busan 11:45pm 31.12.2010
Dann wieder Stau kurz vor dem Chosun-Hotel. Zwei Minuten bis Mitternacht:
11:58pm Busan 31.12.2010
Dann hört man im Radio die Durchsage. Es folgen keine Reaktionen der Autofahrer, kein gegenseitiges Grüßen, kein Feuerwerk, keine Böller, Leute sitzen in Cafes!
0:05am Busan 1.1.2011
Zwei Minuten im Neuen Jahr, das war’s. Nur nicht für viele Einheimische. Sie machen durch bis zum Sonnenaufgang, dann beginnt die Strandparty. Um 7 Uhr wummert die Musik von dort durch Haeundae.
Uns bleibt ja noch das Mondneujahr im Februar.

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Silvester

Dezember 31, 2010

Wenn Silvester vorbei ist, erfährt man in den deutschen Nachrichten, oft im Februar, dass die Chinesen ihr Mondneujahr feiern. Und zwar richtig. Traditionell folgen auch die Koreaner dem Mondkalender. Mit unserem Silvester verbinden sich jetzt neue Rituale. Für viele wird es nicht das Anstoßen um Mitternacht sein, nein, viele werden frühmorgens den Sonnenaufgang bei Haeundae sehen wollen (Wintersonnenwende um den 21. würde für Europäer mehr Sinn machen). Also in der Nähe unserer Wohnung. Der Blick aus dem Küchenfenster gegen halb acht.
Aus dem Küchenfenster
Zum Jahresende noch eine Aufnahme meiner Oberschüler im deutschen Klassenraum. Das war die letzte Unterrichtsstunde für den zweiten Jahrgang.
Letzter Schultag
Und selten in Küstennähe bei Busan, Schnee nach einem Schauer auf der Straße.
Schnee am 30.12.
Das Wasser gefriert schon länger:
Tal im Dezember

Relikte des Imjin-Kriegs

Dezember 30, 2010

Richtung Norden, nach Ulsan, soll es die größten japanischen Festungen des Imjinkriegs geben. Bereits kurz nach der ersten Invasion der Japaner wurde die 서생포 왜성 Seosaengpo Waesong (Festung) errichtet. Zwei Jahre dauerten die Aufbauarbeiten 서생포 왜성

Und noch eine Aufnahme vor über 100 Jahren:

Quelle: panzercho

Das hier war der Abschluss zum Hafen hin. 200 Meter höher befinden sich auf einem Berg die zentralen Strukturen:
서생포 왜성
Ein günstiger Überblick auf die Meeresküste vor Ulsan.
Vom Berg runter verläuft eine lange Mauerverbindung bis zum Südtor:
서생포 왜성
Das Südtor liegt in ehemaliger Hafennähe, jetzt befindet es sich mitten in der älteren ländlichen Bebauung, sehr aussergewöhnlich für eine Waesong:
서생포 왜성
Eine Ecke mit vielen Hanoks:
Seosaengpo
Verfallene Viehställe auf der Festungsmauer:
서생포 왜성
Weiter oben wurde einiges für die Erhaltung getan. Hier eine Bastion:
서생포 왜성
Im Kernbereich der vielstufigen Anlage:
서생포 왜성
Seit jeher leben hier Fischer. Soweit ich das bei dem Kurzbesuch beurteilen kann, handelt es sich um eine Fußgängerbrücke im Ort:
서생포
Hier die Ausmaße der Festung auf dem Flyer, den man in der nahegelegenen Touristeninformation bekommt. Links oben die zentralen Bebauungen, nach rechts unten die weiteren Mauernzüge:

Bei den anderen Waesongs habe ich sowas noch nicht gesehen. Irgendwas ist in den Stein grafiert:
서생포 왜성
Mauern:
서생포 왜성

Stadtmauer Gijang

Dezember 26, 2010

Busan hat im Laufe der Zeit auch größere Orte eingemeindet und damit die Stadtfläche enorm vergrößert. Im Nordosten an der Küste traf es Gijang. Eine historische Stadt. Erst neuerdings weiß ich, dass dort noch Teile der Stadtmauer überdauert haben. Heute war ein idealer Tag zur Inspektion. Gleich zu Beginn eine überraschende Perspektive. Auf den Resten der Originalmauer von 1356 wurde ein Teil rekonstruiert, darunter verläuft jetzt eine Unterführung:
Gijang city wall
Von der anderen Seite aus gesehen, also von der Altstadt aus:
Gijang city wall
Ältere Hanoks wurden kürzlich vor der Mauer planiert, dadurch ist der Blick frei auf die Steinstruktur:
Gijang city wall
Stadtmauer rustikal:
Gijang city wall
An einer Stelle bis zu den Fundamenten:
Gijang city wall
Zur Zeit finden auch archäologische Untersuchungen statt. Hier könnte ein Turm oder Vorposten gestanden haben:
Gijang city wall
Oberirdisch war bis vor kurzem nicht viel zu sehen:
Gijang city wall
In der Nordwestecke sind ein paar Hausruinen an die Mauer angelehnt:
Gijang city wall
Gärten an der Westmauer:
Gijang city wall
Meine Goolge-Karte zum Mauerverlauf, kann stellenweise um einige Meter abweichen.

Weihnachtsbaum

Dezember 25, 2010

Ein Jahr lang hatten wir einen lebenden Nadelbaum, der auch als Weihnachtsbaum diente. Aber irgendwie erkrankte er, und das war’s dann erstmal.
Nur dieses Jahr wollten wir nicht länger ohne bleiben. Fichten und Tannen gibt es nicht zu kaufen, also haben wir uns für einen echten amerikanischen Baum entschieden. Aus Kunststoff. Das ist der Kompromiss. Nur der Schmuck stammt aus Deutschland. Und weil wir den schon im November gekauft haben, ist er seit Anfang der Adventszeit im Dienst:
Weihnachtsbaum 2010
Am 1. Weihnachtsmorgen um 7 Uhr waren es -8°C, damit bisher am kältesten in diesem Winter, in Busan. Seoul, nordwestlich gelegen, hat vergleichsweise -14°C.

Haeundae

Dezember 22, 2010

Haeundae, wo wir jetzt wohnen, ist eigentlich ein ziemlich neuer Stadtbezirk in Busan. Die größten Erweiterungen begannen Anfang der 90er. In den 60ern war hier noch viel Kiefernwald und die ersten dicht bebauten Besiedlungen entstanden. Zweistöckig maximal. Später kamen erste niedrige Apartmentbezirke auf. Das alles wird schon wieder abgerissen. Flächen sind mit Bauzäunen umgeben, die können auch mal eine Weile brach liegen:
Dalmaji

Eskalations-Kontrolle

Dezember 20, 2010

Nun fand die angekündigte Schießübung der südkoreanischen Armee auf der Insel Yeonpyeong statt. Nordkorea mag das nicht an dieser Stelle, so drohen sie mit Vergeltung (weil sie meinen, dass es ihr Seegebiet sei). Beim letzten Mal haben sie unüblicherweise auch Zivilisten beschossen. Nun warten wir auf die Reaktion, wahrscheinlich zeitversetzt. Wo und wie ist noch unklar.

Es gibt viele Spekulationen, darunter hier im Kommentar bei informationdissemination ein neuer Nukleartest.
Oben ist ein offizielles Pressefoto. Hier ein Foto von Yeonpyeong unter Commons Lizenz von Woongjae Shin:
Yeonpyeong Island 11

Strandweise nach Norden

Dezember 19, 2010

Imrang
Nun sind wir am Wochenende in Imrang gelandet. Ein wenig entwickelter Strand aus touristischer Sicht ausserhalb der Saison. Und das ist dann wohl die meiste Zeit im Jahr. Restaurants haben ihre Adressen auf den Kaimauern hinterlassen. Ausflugs- und Entertainmentlokale sind manchmal hoffnungslos in der Entwicklung zurückgeblieben. Dieser Koreaner stammt scheinbar aus Zeiten der TV-Serie „Miami Vice“.
Imrang
Chinesisch Essen und ein gemalter Indianer:
Imrang
Allerdings hat sich ein exklusives Restaurant an der Küste angesiedelt. Mit Einzelkabine und Blick aufs Meer:
Imrang
Auch eine Art von Gartengestaltung:
Imrang

Mittwoch mit Fliegeralarm

Dezember 15, 2010

Wenn es Luftschutzübungen in Korea gibt, dann meistens am 15. des Monats, also heute. Busan ist seit langem nicht mehr so richtig dabei, aber diesmal wurde die Sache wegen Nordkorea wieder etwas ernster genommen. Etliche Durchsagen in der Schule und Sirenengeheul waren gegen 14 Uhr zu hören. Das Radio wurde eingeschaltet. Für eine Viertelstunde musste der erste Jahrgang der Oberschule raus aus der Schule. Der zweite Jahrgang hat zum Teil trotz des Lärms im Klassenraum weitergelernt.
Gleich anschließend gab es eine Liveübertragung zur Schüler-Stellvertreterwahl, hier ein Kandidat mit seiner Fernsehansprache:
election campaign
Die Wahlplakate in der Schule:
election

Neue Umgebung

Dezember 14, 2010

Noch ist mir immer nicht ganz klar, wo wir wohnen – aus geografischer Perspektive. Ein kleiner Berg, nicht weit von Dalmaji, bietet einen ungewöhnlichen Anblick. Von hier gibt es im Internet wenige Aufnahmen, meistens nur von der Busaner Strandseite:
Dalmaji
Ab hier beginnt ein größerer Kiefernwald. Weiter nach unten durch ein kleines Tal liegt diese eher seltene Quelleinfassung:
Bei Dalmaji
Einige gestaltete Wanderwege führen parallel zur Küste entlang:
Bei Dalmaji
Und nochmal die Bahnstrecke, die bald stillgelegt wird:
Songjeong