Archive for Januar 2010

Seegrenze

Januar 30, 2010

Nordkorea testet die gezogenen Linien. Ein amerikanischer Journalist bittet um Gnade für die Fische. Was ist passiert? Der Norden übt schiessen in Richtung der Seegrenze zum Süden. Unser Neffe von einer der vorgelagerten Inseln zum Norden ist sicher: „Solange ich da stationiert bin, gibt es keinen Krieg.“ Wahrscheinlich richtig. Die Spitzfindigen wissen, dass es auch keinen Frieden gibt. Nur Waffenstillstand. De jure seit 1953. De facto wird schon mal gerne zugelangt. Diesmal schießt die nordkoreanische Küstenartillerie. Zur Übersicht diese Karten aus Joins.com:

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Vor der Mauer

Januar 29, 2010



Vor der Mauer V

Originally uploaded by Jens-Olaf
Nördlich entlang der Stadtmauer:
Vor der Mauer
Hier parallele Steinreihen, die von der Stadtmauer wegführen. Die Archäologen können das zur Zeit noch nicht deuten.
Vor der Mauer IV

Eine zweite Grabungskampagne hat in diesem Jahr vor der alten Stadtmauer in Gimhae begonnen. Viele Granitsteine zeugen für alte Fundamente, wofür? 2009 standen hier noch einfache Häuser, die dann abgerissen wurden. Seitdem Brachfläche, nun wieder Untersuchungsobjekt.

Das Kaya-Dorf oben am Berg mit den ziegelgedeckten Dächern.
Kaya Dächer

Vor dem Regen

Januar 27, 2010

Hinter diese Berge muss ich fahren, mit dem Bus. Und schon wieder treibt Eis auf dem großen Fluß davor.
Sonnenaufgang
Als ich am frühen Nachmittag zurückkomme, ist es am Horizont fast giftig gelb. Dann ziehen die Wolken immer dichter. Die Kinder spielen bis kurz vor dem Regen, der dann einsetzt.
Gimhae for you

Unter den Füßen

Januar 26, 2010

Scherben, überall Scherben. An der Festung oberhalb Gimhaes. Richtig bewusst wurde mir das erst vor zwei Jahren. Dann hat sich der Blick geschärft. Man läuft über Kaya-Keramik, auf Wegen zertreten von Wanderern, 1500 Jahre alt, oder über jüngere Fragmente. Und die Muster, die man findet, werden immer zahlreicher. Bis ich in diesem Winter auf Bronze gestoßen bin. Seitdem bekommt man einen Blick für Metall, und das scheint auch reichlich in den Trümmerschichten vorhanden zu sein. Unterhalb der Festungsmauern in Gimhae habe ich nun dieses gebrochene Teil entdeckt, vielleicht emporgeholt von den Restaurationsarbeiten der Anlage. Von einem Gefäß?
Metall
Der Fundort ist etwa beim Baum oben im Titelbild, wo Korea steht.

Seoul für eine Hochzeit und einen halben Tag

Januar 24, 2010

Samstag Mittag. Ein Hochzeitstermin in Seoul steht an. Ein Neffe heiratet. Und zwar der, der schon vor 15 Jahren Alpin-Ski am Dörenberg (330m) bei Osnabrück (Niedersachsen) gefahren ist. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wir müssen vom Südosten nach Nordwesten in die Hauptstadt. Am Nakdonggang in Busan liegt Gupo, dort können wir in den KTX, den koreanischen Schnellzug einsteigen. Mit der U-bahn kurz vor dem Bahnhof über den Fluss:
Seoul
Das ist Gupo, ein Regionalzug wartet gegenüber. Kalt auf dem Bahnsteig ist es:
Seoul II
Der KTX kommt, er wird später auf 300 km/h beschleunigen, was uns in weniger als drei Stunden quer durch die Halbinsel bringt:
Seoul III KTX
Seoul ist noch kälter, am frühen Nachmittag. Hier müssen wir zur U-bahn:
Seoul IV KTX
Südlich des Han, es wird weiter gebaut:
Seoul V
In den Seitenstraßen liegen die Altschneereste vom großen Wintereinbruch Ende Dezember. Hier wird irgendwo auch die Hochzeit stattfinden:
Seoul VI snow
Vorher gehe ich in ein Cafe. Davon gibt es scheinbar mehr, als in Busan. Westlicher, Sandwich. Die Betreiberin stellt für mich, dem einzigen Kunden, den PC auf die Übertragung einer amerikanischen Footballreportage um:
Seoul VII
Gegenüber „Händel und Gretel“ mit holländischem Touch.
Seou VIII
Die Hochzeit selber läuft wie immer geschäftsmäßig ab, unser Neffe zeigt aber Nerven. Und das Ganze wird dann doch recht emotional zur Freude der zwei Familienparteien:
Seoul VIII
Blick vom Hochhaus der Trauung:
Seoul IX
Unser Teil der Familie sorgt mal wieder für etwas mehr Unterhaltung. Der Cousin, ein weiterer Neffe, kommt etwas verspätet von der Insel Yeonpyeong an der nordkoreanischen Grenze. Er hat freibekommen. Aber nicht wegen der Hochzeit. Nein, seine Einheit hat an einem Wettbewerb teilgenommen, ausgerichtet von der Marine, in der er zur Zeit dient. Thema: Gewalt in der Armee. Er hat eine Rolle gespielt in einem Video, das sie selbst produziert haben. Das Video gewann den dritten Preis und er bekam vier Tage Sonderurlaub:
Seoul X
Das junge Paar beim traditionellen Teil der Hochzeit:
Seoul XI
Danach haben sie sich sofort umgezogen. Jeans und Hemd, während wir noch in vollem Anzug am abschließenden Essen teilnahmen. Und jetzt kommt eine Szene, die selten gezeigt wird. Familien haben sich verabschiedet, nur zwei Stunden nach der Trauung sitzen etwas verlassen das junge Paar und einige Freunde zusammen. Das war’s:
Seoul XII
Keine Zeit sich weiter Gedanken darüber zu machen. Wir müssen auch zurück. Unsere Nichte hat Seoul unterschätzt, in der U-bahn kauft sie wärmere Schuhe für 10 Euro:
Seoul XIII
Zurück zum KTX, der um Mitternacht Busan erreichen wird. Das letzte Drittel konnte jahrelang nicht für die Schnellstrecke ausgebaut werden, da ein buddhistischer Mönch für die gefährdeten Amphibien an einem Teilabschnitt gekämpft hatte. Auch wieder ’ne andere Geschichte.
Seoul XIV

Kleine Veränderungen

Januar 22, 2010

Es braucht schon ein paar Jahre um manche unscheinbaren Veränderungen mitzubekommen. So in den alten Märkten der Innenstädte. In den 90er waren sie größtenteils offen zur Straße hin. Wie ein Wochenmarkt, mit Zeltplanen. Dann verschwanden die Planen, die Straße wurde zur überdachten Fußgängerzone. Vor einem Jahr wunderte ich mich über eine Diskussion, wobei der städtische Vertreter immer wieder auf die Lampen hinwies. Jetzt wurden in Gimhae einheitlich beleuchtete Marktstand-Schilder eingeführt, das war es also:
Gimhae Markt
In Busan bleibt es zum Teil noch bei der Mischung aus zur Straße offenen Märkten und den Hallen und Marktgebäuden im Hintergrund. Gelegenheit für den Süßkartoffelröster und seinem mobilen Stand mit Ofenrohr:
Busan Süßkartoffeln
Nicht weit ein Gebäude, wahrscheinlich noch aus Kolonialzeiten:
Busan Markt
Japan hat Spuren in Korea hinterlassen. Busan war schon vor der Besetzung der Hafen, an dem eine japanische Siedlung bestand. Später wurde diese ausgebaut. Hier ein mächtiges Dach eines ehemaligen Zen-Tempels, den ein Liebhaber erhalten möchte. Das Haus war zwischendurch sogar mal Krankenhaus. Die Straße hat aber das Grundstück verkleinert und die Mauer versperrt die Sicht.
japanisch
Ein Nachbar erklärt den Zen-Buddhismus (er klatscht mit den Händen zusammen)
japanisch II
In einem Hinterhof ein weiterer japanischer Gebäudekomplex, auffällig viel Holz als Architekturelement:
japanisch III

Waschküche

Januar 20, 2010

So schnell kann’s kommen. Gestern noch Staub und Kälte, heute morgen ein feuchter Wärmeschwall beim Verlassen des Hauses. 15°C über dem Nakdonggang, auf dem noch Eis liegt. Folglich bildeten sich bei Sonnenaufgang seltene Winter-Nebelbänke. Auch der Wind wird stärker. Es wird wohl ein Zwischenspiel von zwei bis drei Tagen werden.
Januar Regen
Im Bild sieht man übrigens einen ebenerdigen Fußgängerüberweg. Nach Jahren (Jahrzehnten) wurden die Brücken dafür entfernt. Die Zebrastreifen sind neu.

Bergtour

Januar 18, 2010

Gestern war der höchste Gipfel in Gimhae fällig. Bei über 630 Meter ist er gleichzeitig Kulisse für zwei Tempelanlagen. Auffällig diese Konstruktion mit ganzen Baumstämmen, die kaum bearbeitet wurden:
Tempel
Im Hintergrund die Felsklippen auf der Südseite des Berges:
Gimhae Tempel
Oben am Kamm ist stellenweise kaum Baumbewuchs, die Wege sind bei Kälte trocken und staubig. Mit jedem Schritt hinterlässt man eine braune Sandwolke.
Abstieg
Es ist eine vielbewanderte Gegend, deshalb gibt es sogar eine Hängebrücke:
Hängebrücke
Der Blick nach Norden:
Drei
Auf einer Kiefer:
Baum
Trotz Staub, vereiste Herbstblätter im Tal:
Eisblätter
Und der Blick nach Süden zum Meer:
Delta

Bambus und Eis

Januar 16, 2010



Bambus und Eis

Originally uploaded by Jens-Olaf

Der Winter, oder genauer: der Schnee hat einen Bogen um Gimhae gemacht. Aber der Winter ist da. Und wenn er zuschlagen kann, macht er es. Hier trifft es den Bambus. Immer noch grün? Irgendeine defekte Leitung hat Wasser versprüht. Alles ist gefroren. Alles friert in offenen Leitungen. Manche wurden gakappt. Und dann:

Reflexionen

Januar 15, 2010

Jede Generation hat ihre Bilder. Symbole, die für eine Zeit stehen, und fast alle verstehen. Jeden Morgen gehe ich im Moment hier entlang in Dongnae-Busan und wundere mich, haben sie die Ähnlichkeit nicht bemerkt? Keine Ahnung, was für eine Funktion diese Gebäude haben:
Dongnae