Archive for Februar 2009

Denkwürdiges Kurstreffen

Februar 28, 2009

Viele Teilnehmer der Deutschkurse im Goethe-Zentrum Busan gehen anschließend nach Deutschland. Der letzte Kurs bestand sogar aus vielen, die vor allem nach Berlin umsiedeln. Leider haben wir während des Unterrichts wenig Gelegenheit über Zukunftspläne zu sprechen, das muss sich ändern:
deutschgroup
Vor Streetart:
Busan street art

Advertisements

Hinab in die Koryo-Zeit

Februar 26, 2009

Zwischen 900 und 1400 liegt die Zeit des Koryo-Reichs. Korea hat seinen Namen daher. In Gimhae haben die Archäologen die Schichten aus den folgenden Jahrhunderten der Chosun-Dynastie weggeräumt und sind jetzt in der Zeit vor 1400 gelandet. Die Fläche, die sie bearbeiten, ist recht groß, deshalb wir nicht an jeder Stelle mit dem Pinsel gearbeitet. Ausgerechnet ein fast intaktes Gefäß traf dann der Spaten. Aber halb so wild, ein Grabungshelfer konnte die abgeschlagene Spitze wiederfinden:
Koryo Gimhae XI
Und da es heute ein besonderer Fund war wurde gleich ein Dokumentationsfoto gemacht:
Koryo Gimhae X
Hier handelt sich um einen bewehrten Gebäudekomplex, die Fundamente liegen frei, eine Skizze:
Koryo Gimhae IV

Aussterbende Architektur

Februar 25, 2009

Es wird so kommen, dass wahrscheinlich irgendwann die gesamte Nachkolonialarchitektur in Korea verschwinden wird. Sei es, weil sie aus schlechtem Baumaterial besteht oder es sich kaum lohnt diese instand zu halten. Damit werden aber ganze städtische Viertel vergangener Jahrzehnte verschwinden. Hier noch mehr der aussterbenden Gattung in Busan:
Busan architecture IV
Die etwas andere Postmoderne:
Busan architecture
Diese Einfahrt könnte älter sein:
Busan architecture III
Und das ist vielleicht aus der Kolonialzeit vor dem Koreakrieg:
Busan architecture V

Schul-Detail

Februar 24, 2009

Ich sammle immer noch die einzelnen Puzzlestücke des koreanischen Bildungssystems. Ein Detail am Rande. Sayan kommt bis jetzt ganz gut ohne Nachderschule-Schule aus. Aber eine Freundin in der Nachbarschaft besucht recht häufig eine. Die Eltern wollen, dass sie bereits dort den Stoff für das nächste Schuljahr lernt. Am Ende ist die Freundin überhäuft mit Hausaufgaben. Dann ruft sie Sayan an, ob sie zusammen lernen wollen. Letztendlich macht Sayan dann einen Teil ihrer Hausaufgaben.

Zäune

Februar 23, 2009

Wilde und nichtgenehmigte Anbauflächen von Gemüse gibt es überall in den Stadtrandgebieten. Oben am Berg ziehen sie dann ihre Begrenzungen. Manchmal sind es Bambusverhaue oder Kunststoffmaterial, wie es bei unseren Krötenwanderungen als Schutz eingesetzt wird. Auch Stacheldraht kommt vor:
Zaun
Aber dieser Selbstversorger baut auf die gute alte Hecke, wie damals bei unseren Landwehren. Dornen gibt es jede Menge. Da kriecht keiner durch:
Dornen
Das zum Thema Spätwinter, der gestern schön naßkalt daherkam.

Ende des Schuljahres

Februar 19, 2009

Alles klar, Surin und Sayan haben ihre Abschlusszeugnisse für die 1. und 4. Klasse erhalten. Da gibt es nichts zu beanstanden. Surin hat selber einen Abschiedsbrief an ihre Lehrerin geschrieben, denn es wird im 2. Schuljahr gewechselt:
Brief
Surin vermisst sie schon jetzt.

Im deutschen Sprachzentrum bekommen wir nun Unterstützung von außen. Es gibt ab und zu Modellunterricht, und heute konnte man gut beobachten, dass es auch klappen kann: Koreaner besprechen in zwei Kleingruppen die Sätze, die sie an die Tafel schreiben wollen. Ohne Eingriff des Lehrers. Wer die Schwierigkeiten des Unterrichts in Korea kennt, wird diese scheinbar alltägliche Situation zu schätzen wissen. Wider den Frontalunterricht:
Zusammen
Verbringt man den Tag beim Unterricht geht man zwischendurch in die kleinen Restaurants für die unzähligen Angestellten rundherum, hier eine Suppe, noch kochend:
Gulguk
Deutschlandwetter bei niedrigen Temperaturen am Abend ^^:
Regen

Noch Winter

Februar 17, 2009

Der Regen war Periode und die Wärme auch. Nur dass es im Landesinnern wieder zu wenig Niederschlag gab. In einigen Bergregionen werden die Dörfer mit Wassertankwagen versorgt. In einem Tal in Gimhae hat sich das Bachwasser in Eis verwandelt.
Februar Winter
Die Selbstversorger hinter unserem Apartment bereiten sich wie gewohnt schon im Februar auf die Saison auf den Feldern vor. Der Misthaufen ist gefüllt:
Tal
Oben an der Festung werden die verschütteten Mauerreste freigelegt:
Festungsmauer

Nach dem Komdo

Februar 17, 2009



Nach dem Komdo

Originally uploaded by Jens-Olaf

…gehen wir ins Bett.

Mitternachtsbild

Februar 15, 2009

Mitternacht in Gimhae
Ohne Worte
1. Stock

Die Selbstständigen

Februar 14, 2009

Wen trifft die Krise? Die Korea Times hat Zahlen, auch der Korea Herald. Es sind die Ein-Mann/Frau Kleinstbetriebe und Gewerbetreibenden. Also alle, die zum alltäglichen Straßenleben in Korea gehören. Das sind nicht nur die Restaurantbetreiber, die zu vielen Friseure und die über 100 000 Taxifahrer.
10 000 Selbstständige schließen ihre Läden: Pro Tag in Korea!
Ein Drittel der 5,6 Millionen Selbstständigen macht zur Zeit Minus. Aber die Abnahme der Geschäfte fällt nicht auf. Es herrscht auch sonst ein großer Wechsel an Neueröffnungen und Schließungen. Die Zeitung warnt vor einer kritischen Grenze des Abstiegs. Wann wird das sein? Oder kriegen sie wieder die Kurve wie nach der Asienkrise 1998?
In Erinnerung an diese Zeit habe ich noch einen Schraubenzieher, Made in China, mit mehreren Köpfen. Verkauft vor 10 Jahren für etwa einen Euro in einer U-Bahn in Pusan, wahrscheinlich von einem entlassenen Angestellten.
schraubenzieher
Auch sie haben die Krise vor 10 Jahren überstanden. Ein Schwager und Schwägerin mit ihrem Rohfisch-Restaurant:
Fischrestaurant

Update 15. Februar:
Im Rückblick der Presseberichte der letzten Woche lassen sich noch zwei weitere Gruppen am Arbeitsmarkt hervorheben. Die sogenannten Babyboomer (etwa 700 000), um 45-50 Jahre alt, werden frühzeitig entlassen oder früh pensioniert. Zum Teil mit hohen Abfindungen (Startkapital für die nächsten Gründungen von Kleinstbetrieben?).
Berufsanfänger und Hochschulabsolventen brauchen länger, um in den Arbeitsmarkt zu gelangen. Das heißt, sie wohnen länger in der Familie. Bis 30 keine Seltenheit eher die Mehrheit.