Archive for September 2008

Busaner Gebäuderätsel gelöst

September 29, 2008

Das hat für mich die Pusan-Ilbo erledigt. Die beiden Gebäudekomplexe, die mir in der Nähe des Bahnhofs aufgefallen waren, gehören zur ältesten Steinarchitektur der Stadt. Sie liegen unmittelbar nebeneinander.
Busan 백제병원
Laut Pusan-Ilbo vom 23. 09 wurde das Gebäude 1920 errichtet. Es war das erste mehrstöckige Krankenhaus der Stadt. Später war es ein Geisha-Haus mit chinesischem Hintergrund. In der japanischen Zeit diente es der Sicherheitspolizei.
Und hier ist ein Teil des ersten Logistikzentrums der Stadt. Erbaut 1900.
Busan III
Das Areal hat einen aberwitzig hohen Wert. Deshalb ist es für die Stadt schwierig die Flächen und Gebäude zu erwerben. Aber der Wille ist da, beide zu erhalten.

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Samstagsausflug

September 27, 2008

Bei mir stauen sich die Bilder. Machen wir einen Ausflug, gibt es doch immer wieder neue Motive. Keine Ahnung, was sie da in diesem Moment beobachten:
Ausflug 27. XV
Aber das war neu:
Ausflug 27.
„Opa“ ist der Chef-Fotograf mit den größten Kameras in der Familie, die Ergebnisse seiner Arbeit später:
Ausflug 27. II
Er wollte den Wald sehen, etwa 20 Minuten mit dem Auto von zuhause entfernt. Die Artenzahl an Bäumen ist hoch in Korea, mal sehen, ob wir herausfinden können, was für eine Art diese Rinde vertritt:
Ausflug 27. III
Da der Wald und das Tal ein beliebtes Ausflugsziel sind, fehlen auch Fitnessgeräte nicht:
Ausflug 27. VII
Mein Vater war/ist Sportlehrer:
Ausflug 27. VIII
Begeisterter Sportlehrer, kein falscher Rückschluss, die Mädchen machen das von selbst:
Ausflug 27.   IX
An dieser Stelle haben wir kehrt gemacht. Die ersten Kakifrüchte sind reif:
Ausflug 27. XII

Wochenende im September

September 27, 2008

Das Wetter hat sich merklich geändert, drei Nächte ist es schon erstaunlich kühl. So zwischen 10 und 15°C. Heute wurde es auch tagsüber nicht richtig warm. Allmählich kommt Herbststimmung auf. Dafür war der Himmel gestern sehr klar. Den Nachmittag haben wir für einen Ausflug ins Zentrum Gimhaes genutzt, zu Fuß:
September
In einigen öffentlichen Anlagen wurde das Science Festival eröffnet. Solche Zeremonien laufen ähnlich ab wie bei uns, bei Bauprojekten gibt es die Spatenfotos der wichtigsten Beteiligten, hier ist es die Schere, die das Band zerschneidet. In der Mitte der Bürgermeister von Gimhae, Kim jong-kan:
Bürgermeister Kim jong-kan
Surin ist noch nicht so ganz mit Politik beschäftigt, sie versuchte die Bänder einzufangen, die in die Luft geschossen wurden:
Sience Festival Gimhae
Kurz danach verfärbte sich der Himmel über Gimhae:
Gimhae
Beim Rückzug haben wir noch fünf Minuten dieser Trommelperfomance mitbekommen. Wir hätten gerne mehr gesehen:
Gimhae

Nachtrag: Wenn „Opa“ sich in der Stadt alleine sehen lässt, gerät er leicht ,wie vorgestern, in eine konfuzianische Familienversammlung inklusive Bewirtung mit Essen und Dongdongju. Großväter, die nicht aus Korea stammen, sind halt selten und heute haben sich nicht wenige den Kopf verdreht im Supermarkt als ich und mein Vater und die Kinder durch die Regale gestreift sind und die Kleinen Koreanisch gesprochen haben. Das hat schon einige Fragezeichen hinterlassen. SJ war in dem Moment nicht da.
Bei uns zu Hause in Gimhae sagte ein Nachbar am ersten Tag zu meinem Vater: „He, ich kenne Sie, ich habe Sie hier schon gesehen.“ Tja, mein Vater ist dreißig Jahre älter und wir sehen sehr ähnlich aus.^^

In der Nacht geschlossen

September 26, 2008

Tagsüber passiere ich verschiedene U-bahnstationen in Busan. Dort hole ich mir dann eine der beiden englischsprachigen Tageszeitungen in Korea. Und die Verkäufer sind häufig über 70jährige Männer. Erstaunlich: Geht man immer die gleichen Wege in einer 3,5 Millionen-Stadt, trifft man zunehmend bekannte Gesichter. Mit den Kioskbesitzern, wo ich Getränke besorge, ist man ebenfalls vertraut. Die Bäckerei am Bahnhof, wo sie mir oft eine Kleinigkeit umsonst mitgeben. Die Busfahrer der Linien zwischen Gimhae und Busan kennen mich ebenfalls.
Der Verkäufer der kleinen Bude unten im Bild ist schon so alt, dass er häufig ein Nickerchen macht. Dann türmen sich in kurzer Zeit die Münzen, keiner weckt ihn auf.
In der Nacht geschlossen
Wenn dann abends um 22 Uhr bei meiner letzten Fahrt in Dongnae die ersten Heimkehrer meiner Highschool dazustoßen, dann war’s das wohl mit der angeblichen Anonymität der Großstadt. Der letzte Gruß gilt später den Hausmeistern und Pförtnern unserer Apartmentanlage.

——
Eine Examensfeier an der Highschool in Vorbereitung. Die Feier habe ich gestern verpasst, aber hier die selbstgemachten Lampen mit den Sprachabteilungen. Deutsch ist gleich Deutschland. Manchmal frage ich mich, was da wohl ein Schweizer oder Österreicher dazu sagen würde. In den Büchern des Goethe-Zentrums (Schritte) muss man jedenfalls auffällig oft den Namen Österreich aussprechen, ein echter Zungenbrecher für viele Koreaner.
Examensfeier

Ankunft

September 24, 2008

So, der Beweis^^, die Kinder haben „Opa“ vom Flughafen abgeholt. Erst waren sie ganz aufgeregt, aber im Flughafen haben sie sich ganz traditionell koreanisch gegeben. Schüchtern. Das wird sich heute wohl ändern.
Ankunft
Und das hat er nun mitgebracht:
Ankunft II

Kein Geheimnis

September 21, 2008

Käse. Wenn alles klappt, bekommen wir Nachschub aus Osnabrück. Jahrelang habe ich hier unseren Wochenbedarf bei Wahrhus erstanden, einer Händlerfamilie, die damals in den 70ern den Osnabrückern noch den Schimmelkäse erklären musste. Wie gesagt, beim Frühstück sind wir nicht sehr koreanisch. Brot spielt eine große Rolle, und Käse. Jede Abwechslung ist willkommen.
Käse auf dem Wochenmarkt in Osnabrück
Warhus in einer Werbekampagne für den Wochenmarkt:
Wochenmarkt

Generationen

September 19, 2008

Man kann über die Älteren lästern wie man will, aber eins wird es bald nicht mehr geben: Als die Schwiegermutter der Nichte von Soonjung gehört hatte, dass unser Großvater (Vater) aus Deutschland kommt, hat sie sich Sorgen über das Essen bei uns zuhause in der folgenden Woche gemacht. Denn Großvater kommt Dienstag. Die Schwiegermutter von Soonjungs Nichte lebt nun in Pohang an der Ostküste, das ist anderthalb Stunden mit dem Auto entfernt. Also wurde diese Ration Kimchi und Beilagen mit dem Bus geschickt. Selbst zubereitet natürlich. Wir brauchten sie nur vom Busbahnhof in Gimhae abholen:
Generation

Es tut sich was…

September 18, 2008

in Nordkorea, oder auch nicht. Aber die Zeitungen berichten nun laufend ueber den Gesundheitszustand Kim Jong-Ils, von denen alle annehmen, er habe dort das letzte Wort, und stellen die moeglichen Nachfolger vor. Es koennte spannend werden. Oder wir erleben einen Uebergang wie von Breschnew zu Andropow und dann zu Tschernenko. Und nichts hatte sich damals in der Sowjetunion geaendert.

Gestern auch eine interessante Statistik, ohne die Korea nicht zu beschreiben ist. Unter den entwickelten Laendern besitzt Korea eine Selbststaendigenrate von deutlich ueber 30 Prozent. Familienangehoerige, die mitarbeiten, hinzugerechnet, dann sind das 40 Prozent der arbeitenden Bevoelkerung (zum Beispiel die vielen Restaurantbesitzer). Japan liegt bei unter 15 Prozent hier, Deutschland auch. Das Bild von den Ueberstunden leistenden Buero-und Farbrikangestellten ist also nur ein Teil. Ueber die letzteren wird aber am meisten berichtet.

Werfen

September 15, 2008



Throwing at age 6

Originally uploaded by Jens-Olaf

Weder für Jungs noch für Mädchen stehen in der Schule Grundfertigkeiten des Sports auf dem Programm. Werfen lernt kaum jemand. Heute wollten wir es wissen. Surin im Stadion von Gimhae. Wie üblich haben uns die Fußballer am Ende vertrieben. Die Ersatzbahn weiter oben war stattdessen von einem Pärchen beim Picknick belegt. Auf der Kunststoffbahn. Das nächste Mal ziehe ich Spikes an. Grr!

Werfen

Chuseok 2008

September 14, 2008

Alle Details, wie der Tisch in richtiger Aufteilung für die Zeremonie bestückt werden soll, waren nicht mehr ganz klar. Traditionell entwickelt sich daraus eine Diskussion über drei Generationen. Am Ende hat doch noch jemand den Überblick behalten und mit dieser Handlung wird das Ganze dann fast abgeschlossen:
Chuseok 2008
Und es ist die größte Familienfeier in Korea, am Ende waren wir vier Familien in einer winzigen Hochhauswohnung.
Chuseok 2008 II
Wie so oft bei diesen Gelegenheiten, Gitte in Seoul ist noch tiefer in die Rituale der Chuseokfeier eingetaucht:
Happy Chuseok: Überlegungen zur Esskultur
Ansonsten geht auch wie bei uns zu Weihnachten zum Teil das gewöhnliche Leben weiter. Gegen Abend lief die Übertragung der Baseball-Liga-Spiele in Korea. Natürlich wollen das die männlichen Vertreter der Familie mitverfolgen. Bei gelungenen Aktionen wären sie am liebsten in den Fernseher gesprungen.