Archive for März 2010

Cheonan (PCC-772)

März 29, 2010

Eine Korvette der Pohang-Klasse. Sie ist das Medienthema der letzten Tage. Von 104 Mitgliedern der Besatzung konnten bisher 58 gerettet werden. Das Schiff ist nach einer Explosion gesunken. Nicht weit von der Seegrenze zu Nordkorea. Die nächsten Tage werden wohl klären, ob es eine äußere Einwirkung war, Seemine oder Torpedo, oder ob die Explosion innen stattfand, joins.com:

Advertisements

Kaya – Fiktion

März 28, 2010

Hier wird es wohl demnächst Filmtote geben. Die Holzpfähle ragen bedrohlich aus der Kulissenanlage für das kommende Drama heraus:
Kaya VIII
Dieser Pfahl wäre eher eine leichte Aufstiegshilfe bei einer Bestürmung:
Kaya IX
Auch die Brüstung ist zu niedrig, jeder Wachposten könnte selbst mit Steinen vom Wehrgang geworfen werden. Aber die visuelle Wirkung ist schon krass:
Kaya VII
Auch eine Mühle gehört dazu:
Kaya XI
Und dieser seltsame Topf:
Kaya XII
Und der vor einigen Wochen erwähnte Schiefer liegt nun auf dem riesigen Dach:
Kaya X
Alles für das bald startende MBC-(Fernsehkanal)Drama, die Dreharbeiten in Gimhae.

Aussterbende Schulbücher

März 28, 2010

Am Schuljahrsbeginn bietet die Grundschule einen Elternnachmittag an. Gelegenheit mit den neuen Klassenlehrern zu sprechen, die ja jedes Jahr wechseln. Und man kann einen Blick in die Klassenräume werfen.
Sayan hat nun das erste Mal einen Klassenlehrer, eine männliche Lehrperson. Und der war besorgt, da er künftig eine Deutschkoreanerin unterrichten sollte, nachdem man vieles über die Sprach- und Integrationsprobleme von Kindern mit Migrationshintergrund (auch in Korea) lesen konnte. Er hat zugegeben, dass er deswegen die ersten Wochen etwas Stress hatte.

Nebenbei habe ich einen Blick in die allgemein zugänglichen Lesebücher geworfen. Eins war sehr alt von 1993. Schwerpunkt koreanische Geschichte. Man spürt noch die Nähe der Militärdiktatur, die in den letzten Kapiteln behandelt wird.

Natürlich kommt auch ausführlich die japanische Besatzungszeit vor. Und das ist berechtigt, nur muss man unbedingt die Besatzer mit Fratzen zeigen? Aber glücklicherweise verschwindet diese Art von Darstellungen allmählich aus den Schulbüchern:

Nachtrag Cheongdo

März 25, 2010

Noch sind nicht alle Punkte aufgezählt, warum es sich lohnen könnte, nach Cheongdo zu fahren. Aber der Wasserfall muss noch angeführt werden. Höher als erwartet, aber so wie der Zuweg gebaut ist, wohl mit vielen Besuchern im Sommer.
Wasserfall
Nur für Fußgänger:
Wasserfall
Von der Seite:
Wasserfall III
Die Wälder ringsum scheinen ziemlich artenreich zu sein:
Wasserfall IV
Traditionelle Dorfrandskulpturen:
Dorf

Ein Hundevorfall

März 23, 2010

Die Kinder haben einen Hund adoptiert, ab und zu ist er auf den Fotos zu sehen. Er ist irgendeine kleinere koreanische Rasse. Die Hausmeister bei uns freuen sich, dass er ein so gutes Zuhause gefunden hat. In Cheongdo bei den Hanok-Handwerkern waren zwei große Hunde, angeleint in der Nähe ihrer Hütten. Auch eine koreanische Rasse, die ein wenig an Huskies mit weniger Fell erinnert und zum Dorfleben gehört. Abends dürfen sie auf Streife gehen, nicht angeleint. Das wussten wir nicht. Einem ging der Jagdinstinkt durch. Erst spielten sie, dann schnappte er zu, packte unseren Hund am Hals und schüttelte ihn hin und her. Ich konnte das sehen und dachte, das war’s. Surin handelte sofort, rief, warf einen großen Stein nach dem Hund, schrie ihm nahe ins Ohr. Dann lies er los. Unser Kleiner war bedient. Surin hat das lange beschäftigt, abends hat sie die Szene gemalt:

Rot ist unser Hund, weiß der Große. Sie hat ihre Gedanken oben rechts gezeichnet, und wie sie den Stein wirft, in der Mitte.

Das Fachwerk lebt

März 23, 2010

Das traditionelle koreanische Haus, das Hanok, verschwindet zunehmend. Besonders in den Einzugsbereichen der Großstädte. Ein Grund unter vielen ist die mangelnde Wertschätzung, die zu mangelnder Unterhaltung und am Ende zum Abbruch führt. Immobilienspekulation lass ich jetzt mal weg. Und tatsächlich sind viele Hanoks schlecht gebaut. Aber das muss in Zukunft nicht so bleiben. An Wochenenden lernen künftige Hausbauer in einem dreimonatigen Schnellverfahren die notwendigen Techniken. In Cheongdo:
Hanok IV
Wer sagt denn, dass sie heutzutage klein sein müssen, größer geht auch:
Hanok XIII
Der Aufenthaltsraum für die Teilnehmer, die massiven Holzteile sind Douglasien:
Hanok XII
Anfänger bearbeiten erstmal kleine Konstruktionen:
Hanok
Holzschindeln halten bis zu 30 Jahre und mehr.
Hanok XI
Eine Weiterentwicklung mit Lehmziegeln:
Hanok XVIII
Werkzeuge:
Hanok V
Nur diese Hanoks haben keine Zukunft, da ist nicht viel zu machen. Sie stehen auf der Mauer in Cheongdo und werden für den Wiederaufbau der Festung abgerissen.
Mauer XII

Dongnae-Seoul

März 22, 2010

Wer vom Südosten in Busan nach Seoul wollte, kam in vergangenen Jahrhunderten oft an diesem Ort vorbei: Cheongdo. Und Hauptrouten wurden gerne mit Festungsanlagen gesichert. Obwohl es mit der Sicherung so eine Sache war. 1592 müssen die japanischen Truppen wohl durchgewunken worden sein. Später verfiel die Stadtummauerung fast bis zur Unkenntlichkeit, jetzt entsteht sie wieder neu. Und je länger ich mit phantasielosen Neubauten umgeben werde, desto mehr schätze ich diese Art von Wiederauferstehung. Nämlich der historischen Ansichten:
Mauer
Hier die Freundseite der Stadtmauer.
Und hier der Blick auf die Südseite, dahinter das Stadthaus:
Mauer X
Das Südtor mit dem Zwinger steht auch wieder:
Mauer XVIII
Die Mauer hat nicht die Höhe wie in Gimhae, aber sie war über einen Kilometer lang:
Mauer II
Die Archäologen holen die Originalreste zum Vorschein:
Mauer VII
Und eigentlich sind die Reste schon in der Landschaft verschwunden:
Mauer VI
Hier kann man unten sehen, was schon wieder aufgebaut wurde, und die zukünftige (gelbe) Linie. Leider etwas starker Spiegeleffekt:
Mauer XIV
Und das spätere Aussehen:
Mauer XV
Viele Grundstücke liegen auf dem Mauerareal, die müssen erst aufgekauft werden, dann geht es weiter, nur Geld gibt es nicht immer. Im Südosten geht noch was:
Mauer XVII

Der Eiskeller

März 21, 2010

Eiskeller in Cheongdo
Eine Stunde Fahrt nach Norden und man landet in Cheongdo. Eigentlich wollten wir den Höhepunkt des Stierkampfwettbewerbs im dafür errichteten Stadion sehen. Aber einen Parkplatz zu finden war aussichtslos. Also haben wir uns den Ort selbst vorgenommen. Er liegt an der alten Verbindung zwischen Dongae, Busan, und Seoul. Eine architektonische Seltenheit findet sich am Rande der Ummauerung:
Eiskeller II
1719 errichtet wurde hier das Eis ab dem Spätwinter gelagert. Korea besitzt nur noch sechs dieser historischen Bauten.
Eiskeller IV
Wahrscheinlich stammte das Eis aus dem nahe gelegenen Fluss.
Oben auf den Gewölbebögen lagen Decksteine:
Eiskeller
Das ganze ist eingetieft in die Erde. Eine Rinne im Innern konnte das Schmelzwasser abführen.
Eiskeller VI

Gaya-Welt

März 18, 2010

Vor den Dreharbeiten des Gaya-Dramas in Gimhae nimmt die Bautätigkeit im Rekonstruktionsprojekt noch einmal zu. Die Dächer sind anders:
Mitte März IX
Auch bei den Nebengebäuden:
Gaya Dächer
In einem weiteren Bereich scheint die Filmkulisse zu entstehen:
Mitte März VI
Mit einem steinernen Turm?
Mitte März VIII
Und weiteren Holzbauten:
Mitte März VII

Ungcheon – eine japanische Festung

März 16, 2010

Ungcheon
Kurz nach der ersten großen Invasion im Imjin-Krieg erbaute die japanische Armee zahlreiche befestigte Stützpunkte. Ungcheon – 웅천왜성 – unter dem Heerführer Gato Giyomasa westlich von Busan in Jinhae gehört dazu. Im ersten Jahr 1592 war sie zum großen Teil schon fertig. Unmengen an Stein wurden bewegt.
Als Ausflugsziel scheint die Burg eher unbekannt zu sein.
Ungcheon
Mehrere Zwinger und Zickzack-Wege führen in das Zentrum auf dem Berg einer Halbinsel.
Ungcheon II
Hier unten ist bereits ein aufgefüllter Bereich für den neuen Hafen von Busan zu sehen:
Ungcheon V
Manche Mauerzüge führen direkt nach unten:
Ungcheon XII
An diesem Ort soll der erste katholische Gottesdienst in Korea stattgefunden haben:
Ungcheon VIII
Eine Übersicht über die Mauerzüge auf dem Berg (Namsan):

Aufgang:
웅천왜성 Ungcheon