Archive for April 2008

Suchbild für Osnabrücker

April 30, 2008

Ok., die Welt ist klein. Andreas Niemuth hat ein Foto geschickt, das eine der aktuellen Grabungsflächen in Osnabrück zeigt.
Herrenteich II Osnabrück
Mit dem Abriss geht vor allem Nachkriegsgeschichte zu Ende, aber unter der Oberfläche finden sich noch Reste aus vergangenen Jahrhunderten bis ins Mittelalter.

Deutsches Dorf Teil II

April 30, 2008

Das Gras. Wir haben es hier schon behandelt. Es wächst anders in Korea. Ziemlich zurückhaltend. Im Winter lange braun, im Sommer schafft es nicht die Dichte mitteleuropäischer Gräser. Auch wenn es regnet, mengenmäßig sogar mehr.
Ein Grund für die Unterschiede könnten die verschiedenen Florengeschichten sein, in der Ausbreitung durch die kulturellen Eingriffe des Menschen beeinflusst.
Nun, wer im deutschen Dorf einen Rasen hat, kann nicht auf das koreanische Gras rechnen. Herbstliches Gras im Frühjahr? Was tun? Eine deutsche zentrale Beratungsstelle für das Themenfeld anrufen, fragen welches Gras an der Küste dem höheren Salzgehalt standhält. Der Ratschlag: Nimm die Deichgrasmischung! Und tatsächlich, in Korea geht die Rechnung auf. Die deutsche Grasmischung setzt früher Grün an und ist trittbeständig. An der Nordsee weiden ja Schafe drauf. Im April ist der Vorsprung im Vergleich zum koreanischen Gras nicht mehr einholbar. Hier das Photo, die Lücken entstanden durch einen Regenschauer, der den Samen wegspülte.
Deutsches Dorf V
So ist das. Lothar ich weiß, die Florenverfälschung.
In der Architektur kann es zu hybriden Formen führen. Siehe Dach und Grundriss. Dieses Haus war schon Kulisse für ein TV-Drama (Soap).

Und das Baumaterial:

Das deutsche Dorf auf Namhae

April 27, 2008

Wer die Begriffe Korea und deutsches Dorf googelt, findet Namhae. Eine Insel vor der Südküste. Und tatsächlich, eine handvoll Deutsche hat sich dort ein Haus gebaut oder bauen lassen.
Für Medien ein gefundenes Fressen. Die Ironie überlasse ich ihnen: Weltspiegel, DIE ZEIT und anderen. Sayan hat sich heute gefreut, dass wir dorthin gefahren sind. Auch wir haben in Osnabrück die letzten Jahre in einem weißen Haus mit rotem Dach gewohnt. Und das ist ein Markenzeichen des deutschen „Dorfes“.
Deutsches Dorf
Am Sonntag machen auch andere koreanische Familien einen Ausflug in die exotische Siedlung. Die Gärten bieten eine hervorragende Kulisse für Photos:
Deutsches Dorf III
Der Jägerzaun ist allgemein unbekannt in Korea:
Deutsches Dorf auf Namhae
Manches Baumaterial stammt aus Deutschland oder auch diese Details:
Deutsches Dorf VIII
Aber wichtiger ist bewährte Handwerkskunst. Ein gelernter Metzger beliefert die deutsche Diaspora in Südkorea, mitunter benutzt er diesen 100 Jahre alten Fleischwolf (oder Apparat zur Wurstherstellung):
Deutsches Dorf VI
Nicht einfach, das Fleisch ist anders, die Zutaten werden importiert. Bei einigen Dingen muss Neues erfunden werden.
Das Ergebnis wird im weiten Umkreis geliefert:
Deutsches Dorf IX

Nachtrag: Ein paar Fotos

Deutsches Dorf Stein
Auf dem Betonfundament wird mit Stein gebaut. Das sieht man nicht alle Tage in Korea.
Deutsches Dorf
Andere Perspektive
Stein II
Importiert
Mehl
Bei Familie Theis wird mit originalem Mehl gebacken
Weihnachtsbaum
Zu Weihnachten wird der Baum beleuchtet sein.

Notgrabung im alten Marktviertel

April 26, 2008

Der alte Markt Gimhaes liegt innerhalb des Bereichs, der von Stadtmauern umgeben war. Allerdings hat die heutige Bebauung keine Verbindung mit den vergangenen Jahrhunderten mehr. Anders sieht es einen Meter unter der Oberfläche aus. Beim Verlegen neuer Leitungen können die Archäologen demnächst über hundert Meter mit einer Notgrabung dokumentieren. Bereits am Anfang stießen sie auf Hausfundamente, eventuell die Empfangshalle aus der Chosun-Zeit, 1400-1900.
Unmittelbar neben den Läden wird gebaggert.
Archäologie im Markt
Das Skizzenbuch des Grabungsleiters:
Archäologie im Markt XI
Und dann passierte, was bei vielen Leitungen immer wieder vorkommt. Die Schaufel des Baggers reißt ein Wasserrohr auf. Ziemlich schnell fanden sich die Techniker, die wussten, wo man den Zulauf abstellen musste. Nach einer halben Stunden war alles wieder weg gepumpt, aber das Planum, die Untersuchungsfläche, war erstmal hinüber.
Abgesoffen
Der Archäologe sitzt auf einem der großen Steine, die als Fundamente für die tragenden Holzpfeiler des Gebäudes dienten:
Archäologie im Markt VIII

Schul-Sicherheitsstreife

April 25, 2008

Aufgeschreckt durch eine gewaltsame Kindesentführung bei Seoul und Fällen von Misshandlung haben viele Schulen auf erhöhte Alarmstufe umgestellt. Ehrenamtliche Sicherheitsstreifen, das heißt die Eltern mit einem Klassenlehrer, kontrollieren die Nachbarschaft der Lehranstalt ihrer Kinder.Und gegen Mobbing soll vorgegangen werden. Ein übler Fall ist auch an der Grundschule von Surin und Sayan bekannt. Heute waren wir dran. Neun Mütter und ich und eine Klassenlehrerin:
Sicherheitsstreife
Eine kurze Einweisung am Anfang in einem Klassenraum, ein Elternteil fehlt, aus der Klasse wird sie eben noch mal angerufen:
Sicherheitsstreife II
Ein Gruppenfoto vor dem Start:
Sicherheitsstreife III
Und los geht’s, eine einstündige Tour durch die Umgebung der Grundschule:
Sicherheitsstreife IV
Gimhae ist ein Dorf, trotz der mehreren hunderttausend Einwohner. Leute grüßen ständig, sie kennen die Mütter.

Karmann – KIA 1994

April 23, 2008



Karmann – Kia II 1994

Originally uploaded by Jens-Olaf

Nicht alle kennen den Hintergrund dieses Blogs. Um es kurz zu fassen:
Dieses gemeinsame Projekt eines koreanischen und deutschen Automobilherstellers in den 90ern, das erste koreanische Fahrzeug, das in Deutschland vom Band lief, war der Hauptgrund, dass wir in Osnabrück geblieben sind. 1994 war noch alles offen. Zufällig begann in diesem Jahr die Zusammenarbeit beider Firmen. Rechts im Photo SJ, die damals mit dem Projekt bei Karmann anfing.
Der Sportage wird schon lange nicht mehr in Osnabrück produziert. Das hier ist bereits eine historische Aufnahme. Links der Oberbürgermeister (im Amt bis 2006).

Im April 1995 berichtet AutoBild:
Karmann Kia AutoBild
Karmann Kia SJ
Nicht ganz ohne Hintergedanken poste ich diese alten Geschichten, viele Jüngere werden ganz aufmerksam, wenn sie von diesem Hintergrund einer Koreanerin in Deutschland erfahren. Vielleicht benötige ich die Zeitdokumente noch.
Karmann Kia SJ II

Gaya-Festival

April 20, 2008

Gimhae ist eines der ehemaligen Zentren des Gaya-Reichs, das bis ins 7.Jahrhundert bestand. Die Gräber des ersten großen Königspaars sind die örtlichen Geschichtsattraktionen. Dazu kommt das jährliche Festival. Traditionelle Gedenkrituale werden abgehalten, auch gibt es so etwas wie in Mitteleuropa die mittelalterlichen Märkte.
Hier ein dem Original nachempfundene Keramikskulptur:
Kaya Festival XII
Dieser Teil des Festivals ist für Kinder, Surin mit Begleitung:
Kaya Festival IV
Sayan beim Bogenschießen:
Kaya Festival IX
Surin als Wache unterwegs:
Kaya Festival II
Und hier das nachgespielte Königspaar. Der dunkle Teint steht für die Herkunft der ersten Königin: Indien:
Living sculptures

Kebap in Gimhae

April 20, 2008


Kebap is coming to Korea

Originally uploaded by Jens-Olaf

Kleiner Test mit Video (aus dem Fotoprogramm, das ich benutze). Er ist ein Türke aus Istanbul, seit drei Jahren in Busan und hat ein türkisches Restaurant. Auf dem Kaya-Festival in Gimhae ist er nun eine Woche lang mit seinem Stand vertreten. Das erste Kebap in dieser Gegend, wie ich annehme.

Nach der Baumblüte

April 19, 2008

Jetzt blühen die gepflanzten Sträucher der Wohnanlage, das Weiß der Bäume ist verschwunden. Gleichzeitig wird es deutlich grüner und die Temperaturen steigen über 20 °C am Tag:
Frühling im April
Nach einer Nacht mit Regen:
Regenschirm

Update, Sonntag 20. April
Hier ein Bild zu meinem und Lothars Kommentar. Die Berghänge um Gimhae haben eine Vielzahl an sommergrünen Laubbaumarten. Wo Kiefern überwiegen, wurden sie meist in den 60ern auf den kahlen Hängen angepflanzt. Das Bild habe ich etwas manipuliert, um die Farbschattierungen des jungen Grüns hervorzuheben.
Bäume im April

Update, Montag 21. April
Hier ein Bild aus dem Wald in Gimhae, der nicht vom Brand betroffen war. Auch an dieser Stelle gibt es Kiefern, aber vor allem Laubbäume. Trotzdem: der Hinweis von Lothar auf den Waldbrand spielt möglicherweise eine bedeutende Rolle bei der Artenzusammensetzung. Zwar sind die Nadelbäume weitgehend angepflanzt und die Laubbäume wachsen nach. Aber Brandgefahr herrscht vor allem im noch trockenen Frühjahr. Vielleicht hat das auch in vergangenen Jahrhunderten die Nadelbäume begünstigt, die sonst gar nicht so häufig vorkämen. Kiefern sind sehr hitzeresistent.
Ende April

Eine lebende Legende

April 18, 2008

Seine Lebensgeschichte stand schon in der Zeitung. Wir kennen seine „Hot Ttoks“ seit 14 Jahren. Eigentlich wollte er Kunstmaler werden, stattdessen sind seine koreanischen „Berliner“ mittlerweile berüchtigt für den guten Geschmack. Er entwickelt ständig sein Rezept weiter. Seine Finger arbeiten wie ein Künstler nahe am siedenden Fett. Vor einigen Jahren waren wir enttäuscht, sein Stand war verschwunden. Er hatte eine Lebenskrise, Alkohol, nur unregelmäßig kam er ins Stadtzentrum. Das ist nun vorbei. Fast jeden Tag steht er in der Kinostraße bei Nampodong in Busan.
Hot Ttok
Bei der Arbeit: