Archive for Mai 2010

Zwei Monate Frühling

Mai 31, 2010

Eine Beobachtung von März bis Ende Mai. Zehn Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt das gleiche Motiv. Angefangen mit dem letzten Wintereinbruch, 11. März:
Gimhae März III
Am 18. April:
April Tal
Vier Tage später am 20. April:
April 20
Am 22. April:
Frühling April
Am 24. April:
April 24
28. April:
April 28
4. Mai:
4. Mai
Und ein Sprung zum 29. Mai:
29. Mai
Witterung weiterhin abends kühl, tagsüber mäßig warm.

Es ist Wahlkampf

Mai 30, 2010

Bald gibt es neue oder alte wiedergewählte Bürgermeister. Eine aktuelle Werbestrategie ist das Hinterlassen von Visitenkarten auf den Wanderwegen in den Bergen. Da man oft nach unten schaut, haben sich einige Bilder eingeprägt. Und so sieht das oft aus.
Wahlkampf
Oder von Passanten hinter Äste gesteckt:
Wahlkampf II
Aber meist auf dem Boden, hier nach dem Regenwetter:
Regenwetter

Das Drama kann beginnen

Mai 29, 2010

Im Fernsehen natürlich. Heute startet die Historienserie Kim SooRo auf MBC über die Gründungszeit der Gaya-Föderation.
Ein Teil der Dreharbeiten findet in Gimhae statt, oben am Berg. Im Teaser kann man die Gebäude kurz sehen.
Wilde aber nicht ganz unberechtigte Gerüchte besagen, dass der Hauptdarsteller bei uns in die Nachbarschaft ziehen soll. Die Aufregung war bereits groß. Er hatte sich genau gegenüber schon eine Wohnung angeschaut. Wenn die großen schwarzen Wagen vorfahren, ist dann alles klar, abwarten.

Dazu muss man wissen, dass die Dreharbeiten weitergehen. Koreanische Dramen sind bei Sendungsbeginn noch nicht fertig, das hat schon woanders zu bizarren Situationen geführt. Morgens gefilmt und abends bereits gesendet. Der Vorteil: man kann Zuschauerwünsche berücksichtigen.

Das gleiche Muster

Mai 29, 2010

Im Zweifel für Nordkorea. Das ist die Einstellung nicht weniger Südkoreaner. Ein amerikanischer Professor, Brian Reynolds Myers, an der Dongseo-Uni in Busan hat durch den Angriff auf die Cheonan einen Studenten verloren, der bei der Marine diente. Ihn macht es stutzig, schreibt er in der New York Times, wie wenig Aufregung auf dem Campus wegen dieser Tragödie herrscht.
Natürlich greift er das haarsträubende Gerücht auf, die jetzige Regierung hätte das inszeniert, wegen der kommenden Kommunalwahlen. Obwohl die internationale Untersuchungskommission zu einem ziemlich eindeutigen Ergebnis kam, das gegen den Norden spricht.
Aber das Muster ist alt. Mir fiel da ein Bericht ein, den ich 1996 für die Münsterländische Tageszeitung schrieb. Damals strandete ein nordkoreanisches U-Boot, dessen Mannschaft zum Teil im Süden abtauchte und es in der Folge immer wieder zu Schußwechseln und Toten kam. Auch damals erhoben sich irgendwann Stimmen gegen die damalige Regierung Südkoreas.

Gomdori kann sich darüber noch mehr ärgern, hier.
Update 3. Juni: Daily NK hat den einzigen Überlebenden der damaligen U-Boot-Crew interviewt. Nach 14 Jahren spricht er erstmals über die U-Boot-Marine in Nordkorea und er äußerst sich zum Cheonan-Fall. Hier.

Die Häuser – Fortsetzung

Mai 27, 2010

Neubau
Nach langer Unterbrechung wieder ein paar Worte zur Apartmentkultur, oder wieso Korea zu einem Land der Wohnhochhäuser geworden ist. Die JoongAng-Ilbo hat einen wichtigen Grund herausgearbeitet, der Artikel heißt:
Why dream of a high-rise apartment?
Um 1990 stellte eine Französin öffentlich das erste Mal diese Frage.

Die treibende Kraft ist die Spekulation. Man kauft ein Apartment, um später mit einem Gewinn zu rechnen. Selbst einige aus unserer Familie haben damit zeitweise Geld verdient. In Seoul müsste man eigentlich in den besten Lagen bis zu 20 Jahre arbeiten (der gesamte Verdienst natürlich), um sich sowas mit einem normalen Gehalt leisten zu können. Und die Banken geben dafür Kredite, aber kaum für den normalen Hausbau. Auf den Hausbesitzer wird herab geschaut, zumindest eine verbreitete Ansicht unter Schülern.
Auch ein positiver Aspekt des Lebens in Apartments wird genannt, den ich bisher nicht bedacht habe: Die Befreiung der Hausfrau von der Hausarbeit.
Im JoongAng-Artikel sind zwei aufschlussreiche Statistiken:
So wohnt man in Korea:

So möchte man in Korea wohnen:

Das begründet natürlich noch nicht die Eintönigkeit der Bauausführung. Das hat eigene Gründe, und hier besteht Hoffnung, aber leider noch nicht jetzt.
Oben eines der neuen Vorzeigeobjekte Busans.

Bongha – Ein Jahr später

Mai 25, 2010

Vor einem Jahr starb Präsident Roh. Er nahm sich das Leben an seinem Geburtsort. Seitdem kommen dort täglich einige tausend Besucher aus ganz Südkorea zum Grab am Rande des Dorfes.
Bongha III
Inzwischen ist eine weitere Gedenkhalle in Form der landwirtschaftlichen Behelfsgebäude der Umgebung errichtet worden. Was auffällt sind die Exponate, die den Präsidenten mit seiner privaten Seite darstellen. Man spürt, dass die Besucher Roh als einen von ihnen empfinden. Wenn man will, als durch und durch ziviler Präsident.
Das berüchtigte Fahrrad:
Bongha XII
Auch Notizen, wie die Vorbereitung einer Strategie für eine Nordkorea-Politik, werden ausgestellt.
Bongha XIII
Hat sich die „Sonnenscheinpolitik“ ausgezahlt, die koreanische Variante der früheren Ostpolitik?
Bongha VII
Vor dem Eulenfelsen:
Bongha VIII
Der Ort wird sich vielleicht zu einem Ökodorf entwickeln oder zumindest zu einem kleinen Zentrum für alternative Landwirtschaft, das war eine der Visionen des Präsidenten.
Gedenkzettel:
Bongha II

Die Bogenbrücken-Parallele

Mai 23, 2010

Mich reizt es immer wieder, Vergleiche zu ziehen, historische besonders. Und letztens in Seoul musste ich wieder an Osnabrück denken.
Bogenbrücke
Historische Quellen besagten, dass es einst barocke Bastionen in Osnabrück gab. In Zeiten Napoleons wurden sie geschleift. Zu aufwendig und nutzlos. Alle dachten, die Reste seien verschwunden. Bis auf einmal für den Bau des Felix-Nussbaum-Museum die steinerne Brücke der Bastion wieder auftauchte. Nun liegt Modernes und Geschichte nebeneinander. Und genau das ist auch in Seoul passiert. Lange hatte man sich aufgrund der schriftlichen Dokumente eingeredet, dass nach den vielen Invasionen und Krisenzeiten nicht viel zu holen sei. Während des Wirtschaftsaufstiegs nach dem Koreakrieg wurde mächtig gebaut und Archäologisches verschwand für immer. Wie viel aber stellenweise immer noch im Erdreich steckt, wurde spätestens letztes Jahr deutlich, als ein Baseball-Stadion in einen Park umgewandelt wurde. Die Archäologen fanden ein Wassertor der 18 km Ummauerung aus der Jesoseonzeit wieder. Igansumun
Dongdaemun XIII
Das Besondere: An dieser Stelle wurde ein Wasserlauf vom Namsan kommend geteilt und andersweitig genutzt.
Dongdaemun - Igansumun
Auch eine allgemeine hölzerne Absperrung war früher vorhanden, in den Steinen die dafür vorgesehenen Kerben:
Dongdaemun XII
Und es bleibt erhalten mitsamt anderen Funden und Hausfundamenten in der Umgebung. Etwas verloren stehen jetzt die Flutlichtmasten des Stadions da:
Archäologie und Architektur II
Eine kleine Besonderheit ist dieser Gartenweg aus zweitverwendeten Dachziegeln:
Dongdaemun III
Eine Übersicht, Igansumun, 이간수문
Igansumun
Zur modernen Architektur des Parks später mehr, eine bekannte britische Architektin steckt dahinter, Zaha Hadid, in Bagdad geboren.
Baustelle Felix-Nussbaum-Museum 1997:
Bogenbrücke
Baustelle Seoul 2010:
Ausgrabungsfeld
Hier ein Post bei Gusts of Popular Feeling: Buried beneath the stadium …

FC Gimhae – Ein Fußballabend

Mai 21, 2010

Noch ein paar Wochen bis zur Fußball-WM und ich wollte schon immer mal den FC Gimhae spielen sehen, also unterhalb der Spitzenmannschaften der K-Liga, aus der die Nationalspieler stammen. Gimhae ist in der National League. Das entspricht in etwa der 3. Liga in Deutschland. Sauberer Fußball, gute Szenen wie der Fallrückzieher eines Stürmers aus Gimhae.
1. Halbzeit
Die Kulisse war mickrig, aber einige haben trotzdem Stimmung gemacht. Einen neuen Fan von Gimhae gibt es auch:
Fan
Der Gegner war Hallelujah Ansan bei Seoul.
Freistoß
Das Stadion hätte mehr verdient, die Lage ist klasse.
Stadion II
2. Halbzeit
2. Halbzeit

Skater Park und ein Flußkrebs

Mai 21, 2010

Heute ist Buddhas Geburtstag, ein Feiertag in Korea. Die Kinder wollten Inliner fahren. Dafür gibt es eine große Anlage am Waldrand in Gimhae. Bisher fehlte die notwendige Schutzausrüstung, um dort üben zu können. Diesmal war alles beisammen und kein Mensch außer uns weit und breit.
21. Mai Skater Park
Alle möglichen Winkel sind dort angelegt:
21. Mai Skater Park
Daneben kommt ein Bach runter:
21. Mai VII
Hier haben wir den ersten Flußkrebs entdeckt:
21. Mai VI
Übrigens liefen im Land schon einige Veranstaltungen zu Buddhas Geburtstag, wie diese Parade von eigentlich Papierfiguren in Seoul:
Seoul XIII

Reaktions-Countdown

Mai 20, 2010

Die Untersuchungen zur Ursachenforschung des Untergangs der Cheonan, einer Korvette der südkoreanischen Marine, haben zu einem Ergebnis geführt:

XX1

Das ist das Kürzel einer Kennzeichnung und Fragments eines Torpedopropellers, der an der Stelle des Untergangs gefunden wurde. Das Stück wurde mit bisherigen Kenntnisssen verglichen, und die Indizien sind so stark, dass nun alles Richtung Nordkorea weist. Außerdem werden in den Medien Fotos gezeigt, wo bei einem großen Bruchstück des Torpedos Hangul, also koreanische Buchstaben, zu sehen sind.
Das Weiße Haus in Washington ist informiert. Eine Reaktion wird nun folgen, bloß welche?
Die Yonhap-Nachrichtenagentur fasst die Ergebnisse in einer Grafik zusammen: