Der Halbfinal-Tag

By surin2sayan

Ich hab’s geschafft. Morgens um 3 Uhr 45 aufstehen. Halbfinale Deutschland: Türkei sehen. Ich habe das sooft rum erzählt, dass ich das vielleicht machen werde, also musste ich dann wohl. Zwischendurch ein Kontrollblick in der Halbzeit nach Osnabrück auf den Marktplatz. Und tatsächlich, kein Betrieb, alle sitzen scheinbar vor den Übertragungen:
Osnabrück Marktplatz
Morgens in der Schule war das natürlich ein Thema, aber dann haben sich die Oberschüler schnell ihren Examensvorbereitungen gewidmet. Normaler Unterricht findet kaum mehr statt. Eine merkwürdige Atmosphäre. Einzelne Schüler gehen auf den Flur und lernen dort im Stehen:
Vor dem Examen
Beim genauen Hinsehen erkennt man die Ohrhörer. Irgendwo läuft ein ipod oder sowas.
Und hier die Mathematik für die 11. Klasse, die viel Lernaufwand erfordert. Das Notizbuch einer Schülerin:
Examen II
Gesprächsthema war auch ein Zeitungsbericht über unsere Schule. Abgebildet wurde einer der Englischlehrer in einer Klassensituation:
Englisch

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3 Antworten zu “Der Halbfinal-Tag”

  1. gitte sagt:

    Sind die Tische der Schüler echt überall so schmal? Ich wäre verzweifelt und verstehe nun besser, warum meine Kommilitonen mit dem minimalsten Platz zum Studieren auskommen. Und Mathe auf liniertem Papier, dazu Zeichnungen, deren Formeln man sich nicht mal annähernd vorstellen kann? Macht Schule in Korea eigentlich wenigstens manchmal Spaß?

  2. swisskimchi sagt:

    Ich erinnere mich nur noch zu gut an die Bemerkungen meines Statistikprofs waehrend des 2. Sem. an der SNU. In jedem 2. Satz hiess es. “We won’t talk about it in detail, coz you already learnt the math in middle school”. Wenn ueberhaupt, dann hatte ich das Zeug an der Uni. Das Mathe Niveau in Korea scheint wirklich ziemlich hoch zu sein.

    Zu Fussball: Es faellt einem Schweizer nicht ganz einfach das ueber die Lippen zu bringen :) aber Gratulation zum Finaleinzug. Kann mir gut vorstellen, dass ihr es Sonntag packt.

    Gruss

  3. Jens-Olaf sagt:

    @gitte
    Ja, die Tische sind schmal, manchmal fallen ganze Bücherberge zu Boden.
    Zwar bin ich jetzt eine Weile an der Schule, aber zu gerne würde ich Gedanken lesen können. Es wird auch viel gelacht, oft ist die Stimmung ausgelassen, jedenfalls mehr als an einem deutschen Gymnasium. Trotzdem, die Lernatmosphäre ist merkwürdig. Viele Schüler haben Schwierigkeiten Aufmerksamkeit im Unterricht zu zeigen. Sie schlafen auch oft bei anderen Lehrern. Dann wieder wird gelernt. Aus ihrer Sicht macht es Sinn. Mein Beispiel: Ich sollte “Konversation” üben. O.k., dann haben wir angefangen, ausdrücklich habe ich Fehler machen beim Sprechen begrüßt. Dann mussten wir doch einen schriftlichen Test vorbereiten, und da sind Fehler nicht erlaubt. Viele Multiple Choice Aufgaben. Selbst der unbestimmte Artikel sollte dann stimmen, was ich erstmal nebensächlich fand. Also haben wir für den Test trainiert, dann wieder Wochen später für die mündliche Prüfung. Es ging für die Schüler nur um die 3-5 Minuten im Examen. Warum sollen sie für Monate Aufmerksamkeit zeigen, wenn das bei der Benotung keine Rolle spielt.

    @gitte und swisskimchi
    Für Mathe habe ich nur die Zahl einer Schülerin, die wir gut kennen. Sie sagte, sie benötige fünf Stunden am Tag, um dem Pensum folgen zu können. Englisch, das braucht auch einen hohen Aufwand. Und was sie lernen müssen, macht mich fast schon wütend. Sie müssen Texte übersetzen, um später bestimmte Aufgaben und Fragestellungen zu lösen. Einmal habe ich mich über das Thema Bauhaus aufgeregt. Bauhaus: Ein Schüler, dem ich das mit Zeichnungen an der Tafel erklärte hatte, fragte später bei einem Foto im Deutschlehrbuch, ob dieses Haus (Fachwerk) Bauhaus sei. Gestern fand ich einen Text bei einer Schülerin, da geht es um die osteuropäischen Folkloretraditionen und warum sie sich besser erhalten haben als im Westen. Da werden Tanzformationen beschrieben usw. . Die Schüler haben sowas noch nie aus Estland, Polen oder Ungarn gesehen. Welche Bilder entstehen in ihrem Kopf? Und das auf einem sehr hohen Englisch-Niveau. Meine Meinung: das ist Diebstahl an Lebenszeit.

    Zum Fußball. Habe gerade den Spielbericht Russland-Spanien gelesen. Wieder haben die Spanier dominiert, aber das hatten auch zuerst Niederländer und Portugiesen. Es wird nicht leicht werden.

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